Personalnot im Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Das Rathaus hat immer größere Probleme, freie Stellen in der Bezirksverwaltung zu besetzen. | Foto: hari
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Marzahn-Hellersdorf. Die Personaldecke in der Bezirksverwaltung ist stark ausgedünnt. Offiziell hält sich das Bezirksamt an den mit dem Senat vereinbarten weiteren Personalabbau. Es bereitet sich aber längst auf die Neueinstellung von Mitarbeitern in größerer Zahl vor.

Trotz Neueinstellungen knirscht es wegen des hohen Krankenstands in den Bürgerämtern und das Grünflächenamt konzentriert sich schon seit Langem darauf, nur noch die wichtigsten Parks und Grünanlagen in Ordnung zu halten. Und im Februar fielen Sprechstunden bei den Regionalen Sozialen Diensten des Jugendamtes aus, weil Mitarbeiter erkrankt waren.

„Die Verwaltung hat zunehmend Schwierigkeiten, freie Stellen mit qualifizierten Mitarbeitern zu besetzen“, sagte Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) auf der jüngsten Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung. Im Bauamt beispielsweise kann seit drei Jahren mangels geeigneter Bewerber eine freie Ingenieursstelle nicht besetzt werden.

Der Arbeitsmarkt ist derzeit praktisch leer gefegt. Zudem muss die Verwaltung mit Privatunternehmen konkurrieren, die zum Teil deutlich mehr Gehalt zahlen.

Im Juni 2015 beschloss das Bezirksamt ein Konzept zur Entwicklung einer modernen Personalarbeit, um den Problemen zu begegnen. Die Zeit drängt. Das Personal ist überaltert. Immer mehr Mitarbeiter gehen in den kommenden Jahren in Rente. 100 bis 110 frei werdende Stellen sind bis 2021 jedes Jahr neu zu besetzen. Inzwischen hat die Verwaltung eine Übersicht, wann welche Stellen neu zu besetzen sind. Es wurden Mitarbeitergespräche geführt, auch um die Ressourcen in den eigenen Ämtern zu ermitteln. Das Bezirksamt setzt zunehmend auf die eigenen Ausbildungsmöglichkeiten. Erstmals seit Langem lässt es wieder Mitarbeiter an der Verwaltungsakademie für den höheren Dienst weiterbilden. In diesem Jahr sind das fünf, im kommenden Jahr zehn Mitarbeiter.

Bei Neueinstellungen hat die Verwaltung auch ein hausgemachtes Problem. Von der Ausschreibung bis zur Besetzung einer Stelle vergeht im Durchschnitt ein Dreivierteljahr. Hier schlägt nicht nur die Kompliziertheit der Einstellungsverfahren bei einer Behörde zu Buche. Auch die Personalabteilung ist chronisch unterbesetzt. hari

Autor:

Harald Ritter aus Marzahn

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