Der Senat benötigt weitere Flüchtlingsheime

Marzahn-Hellersdorf. Das Sportamt und die Vereine stehen wegen der Suche nach Flüchtlingsunterkünften unter Druck. Der Winter kommt und weitere feste Unterkünfte werden benötigt.

„Die bisher vom Senat beschlagnahmten Sporthallen werden wahrscheinlich nicht die letzten sein“, sagt Bürgermeister Stefan Komoß (SPD).

Er befürchtet, dass der Senat in naher Zukunft auch Schulsporthallen zu Notunterkünften umfunktioniert. Bisher habe der Bezirk einen solchen Schritt vermeiden können, erklärt der Bürgermeister. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass Marzahn-Hellersdorf bisher noch über eine vergleichbar große Zahl von Sporthallen verfügte, die ausschließlich für den Vereinssport genutzt wurden.

Mit den Ende November erfolgten Beschlagnahmungen der Sporthallen in der Rudolf-Leonhard-Straße, in der Carola-Neher-Straße, in der Straße Am Baltenring und in der Dessauer Straße sind diese Reserven jedoch ausgeschöpft. Die Sporthalle in der Dessauer Straße, die von Boxern des SC Eintracht Berlin genutzt wird, wurde zunächst nicht mit Flüchtlingen belegt, weil das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LaGeSo) sie vorerst als zu klein befand.

Die von den Sporthallenschließungen betroffenen Vereine erhielten Trainingszeiten in den beim Bezirk verbliebenen Sporthallen. Weitere Möglichkeiten sieht das Sportamt allerdings nicht. Das Ende der Fahnenstange sei erreicht. „Wir hatten große Mühe sicherzustellen, dass für alle betroffenen Kinder- und Jugendabteilungen Trainingszeiten nach der Unterrichtszeit, also nach 16 Uhr, zur Verfügung stehen“, erläutert Komoß.

„Es gibt im Bezirk eine ganze Reihe von leer stehenden Wirtschafts- und Bürogebäuden“, sagt Gerd Stein, Vizepräsident des SC Eintracht Berlin. Das Bezirksamt und der Senat sollten endlich daran denken, auch solche Gebäude zu beschlagnahmen.

„Wir werden das prüfen, obwohl das rechtlich schwieriger ist“, erklärt Komoß. Er denkt beispielsweise an die im November von Vivantes im Brebacher Weg leergezogene Psychiatrie oder die Gebäude der vor einem Jahr in Insolvenz gegangenen Inventux GmbH in der Wolfener Straße. hari
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