Der Senat funktioniert immer mehr Sporthallen zu Flüchtlingsheimen um

Diese Sporthalle des OSZ Handel II in der Marzahner Chaussee wurde als erste Sporthalle im Bezirk zu einer Flüchtlingsunterkunft. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Immer mehr Flüchtlinge kommen in den Bezirk. Die Zusage, keine Turnhallen der Schulen und Sportvereine zu Heimen abzugeben, hat die Verwaltung nicht halten können.

Die Sporthalle in der Rudolf-Leonhard-Straße wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 1. und 2. Dezember, mit Flüchtlingen belegt. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Landesamt für Gesundheit und Soziales bereits eine von zwei Sporthallen des Oberstufenzentrums Handel II in der Marzahner Chaussee beschlagnahmt. Praktisch über Nacht zogen Mitte November Flüchtlinge ein. Inzwischen leben in der Halle rund 200 Personen.

Damit fällt für die Hälfte der rund 2000 Schüler des OSZ der Sport aus. Die verbliebene Halle reicht im Winter nicht, um hier den kompletten Schulsport stattfinden zu lassen. „Wir machen im Sportunterricht stattdessen Theorie, soweit das bei Sport möglich ist, und sprechen mit den Schülern über eine gesunde Lebensweise“, sagt Schulleiter Ekkehart Heidrich.

Die Halle wurde bisher auch von Sportlern der Abteilungen Volleyball und Tennis einer Betriebssportgemeinschaft, des Tennisvereins Blau-Weiß Mahlsdorf und der SG Stern Kaulsdorf genutzt. Die Vereine erhielten Trainingszeiten in anderen Hallen.

Die Berliner Bezirke mussten dem Senat bis Ende November vier Sporthallen mitteilen, die zu Flüchtlingsunterkünften umfunktioniert werden können. Neben der Halle in der Rudolf-Leonhard-Straße benannte Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) die Sporthallen in der Dessauer-, der Carola-Neher- und der Straße Am Baltenring. „Ich halte die Belegung von Sporthallen für keine vertretbare Lösung. Sie kann nur im äußersten Notfall und zeitlich befristet erfolgen“, erklärte Komoß.

Der Landessportbund verlangt vom Senat, keine weiteren Hallen als Flüchtlingsheime zweckzuentfremden. Der Bezirkssportbund Marzahn-Hellersdorf setzte zunächst auf ein Gespräch der betroffenen Vereine mit Bürgermeister Komoß. Anderenfalls sollen die Vereine ihre Probleme dem Sportausschuss der Bezirksverordnetenversammlung schildern. Er tagt am Donnerstag, 10. Dezember, um 18 Uhr in der bip-Grundschule, Peter-Huchel-Straße 35. hari
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