Der Senat will das Fahrradparken an Bahnhöfen sicherer machen

Am S-Bahnhof Mahlsdorf werden mit die meisten Fahrräder im Bezirk gestohlen. Mangelnde Übersichtlichkeit erleichtert den Dieben ihr Handwerk. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Zahl der Fahrraddiebstähle in Berlin nimmt weiter zu. Im Bezirk sind S-Bahnhöfe und deren Umfeld besonders betroffen.

Die Zunahme der Fahrraddiebstähle folgt einem langjährigen Muster. Erstens steigt die Zahl der Fahrräder ständig - laut Statistik der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung von 2005 bis 2014 um 50 Prozent. Zweitens befinden sich die Schwerpunkte, wo Fahrräder massenhaft gestohlen werden, an den Umsteigepunkten des öffentlichen Nahverkehrs an den S- und U-Bahnhöfen. Opfer von Fahrraddiebstählen sind zu einem großen Teil Berufspendler.

Im Bezirk zeigt sich das daran, dass die meisten Fahrraddiebstähle im Bereich rund um S-Bahnhöfe gemeldet werden. Im Jahr 2014 waren es in Alt-Biesdorf und der Oberfeldstraße 97 Fahrräder, in Alt-Kaulsdorf waren es 68 und in Alt-Mahlsdorf 75. Die Diebstahlstatistik stellt sich als rotes Band entlang der S-Bahnlinie dar.

Die Erklärung liegt auf der Hand. Nirgendwo anders ballen sich abgestellte Fahrräder mehr als in der Nähe der S-Bahnhöfe, weil hier Berufspendler aus dem Umland und den Siedlungsgebieten auf die S-Bahn umsteigen. Nirgendwo anders ist aufgrund der Menge der Fahrräder und der Unübersichtlichkeit der abgestellten Fahrräder die Gelegenheit für Diebe so günstig.

Nur vier von Hundert Fahrraddiebstählen werden in Berlin aufgeklärt. Oft gibt es einfach keine Zeugen der Taten und die Spurenlage ist meist mangelhaft.

Der Senat hat begriffen, dass vielfach auch die Anlage und Gestaltung von Parkgelegenheiten für Fahrräder den Diebstahl begünstigt und ein Ingenieurbüro damit beauftragt, eine neue Strategie für das Fahrradparken auszuarbeiten. Dabei soll auch der "Leitfaden Fahrradparken Berlin" von 2008 überarbeitet werden. Dieser legt den Schwerpunkt darauf, dass möglichst viele Möglichkeiten zum Fahrradparken geschaffen werden, die für die Nutzer schnell und leicht zu erreichen sind. Die Sicherheit des Parkens soll künftig eine größere Rolle spielen, etwa durch eine übersichtlichere Anordnung der Anlagen und eine bessere Beleuchtung. Mit ersten Ergebnissen wird bis Ende dieses Jahres gerechnet.


Harald Ritter / hari
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