Eklat um Politikgepräche des Roten Baums

Marzahn-Hellersdorf.Die Reihe „Politik isst Wurst“ des Vereins „Roter Baum“ ist kurz vor dem Start geplatzt. Linke Gruppierungen hatten gedroht, wegen der Teilnahme von AfD-Politikern die Veranstaltung zu stören. Darauhin sagte der Verein alle geplanten sieben Termine ab.

Ende Juni kurz vor der ersten Veranstaltung sagte der Rote Baum die ganze Reihe ab. Da waren Einladungen und Informationen an Politiker aller im Bundestag, im Berliner Abgeordnetenhaus und in der Bezirksverordnetenversammlung vertretenen Parteien bereits verschickt worden und die Medien informiert.

Zunächst hatten sich linke Gruppierungen öffentlich daran gerieben, dass auch Politiker der AfD zu den Veranstaltungen eingeladen wurden. Die Antifa drohte, im Falle einer Teilnahme die Veranstaltung zu sprengen. Daraufhin mobilisierte die AfD über Facebook ihr Wahlvolk, um dagegen zu halten. „Es ist eine vertane Chance, aber angesichts der sich aufschaukelnden Situation konnten wir nicht anders handeln“, rechtfertigt Martin Kleinfelder, Projektkoordinator von „Roter Baum“ für Berlin die Absage. „Es sei zu befürchten gewesen, dass bei einer Konfrontation von rechts und links die Veranstaltung aus dem Ruder gelaufen wäre. Dabei sei die Reihe nicht als Wahlkampfforum gedacht gewesen, teilt der Rote Baum in einer Presseerklärung mit.

Die AfD sieht sich in ihrer Opferrolle der ewig Ausgegrenzten bestätigt. „Ich hatte zwar keine persönliche Einladung, wäre aber gern gekommen“, sagt Jeanette Auricht, AfD-Abgeordnete und Bundestagsdirektkandidatin. Ihr Eindruck sei, dass der AfD jede mögliche Plattform genommen werden soll, sich der Diskussion zu stellen und Kontakt zu Bürgern aufzubauen.

Auch Dmitri Geidel, Bezirksverordneter und Direktkandidat der SPD für den Bundestag im Bezirk, bedauert die Absage. An deren Scheitern gibt er der AfD allerdings eine Mitschuld. „Leider treten die Funktionäre der AfD auf Podiumsdiskussionen und im Publikum immer sehr agressiv auf. Sie erzeugen dabei eine Atmosphäre des Hasses und der Unsachlichkeit“, erklärt er. Der Wahlkampf in Marzahn-Hellersdorf werde angesichts der politischen Veränderungen in den zurückliegenden Jahren heiß. hari
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