Freizeitpark bedient mit Werbeslogan alte Vorurteile über Marzahn

Marzahn-Hellersdorf. Die Werbung für einen Freizeitpark bei Leipzig bedient sich weitverbreiteter Klischees über den Bezirk und treibt diese auf die Spitze. Das Bezirksamt ist empört und bricht eine Lanze für Marzahn.

Die Belantis Beteilungsgesellschaft Leipzig mbH hatte für ihren Freizeitpark auf einem Plakat mit dem Slogan „gruseliger als Marzahn“ geworben. Das sollte den Besuch besonders im Zusammenhang mit Halloween ankurbeln. In dem Park können Besucher Pharao, Ritter oder Pirat spielen.

Der Werbeslogan kam bei einigen Berlinern nicht gut an. Sie schrieben sogar an den Deutschen Werberat und beschwerten sich darüber, dass die Bürger von Marzahn gruseliger als Monster dargestellt werden.

Belantis-Geschäftsführer Erwin Linnenbach betonte darauf, dass er nichts gegen Marzahn habe. Er begründete die Wahl des Slogans mit den Schwierigkeiten auf dem Berliner Werbemarkt. Dieser sei so heiß umkämpft, dass man mit möglichst kreativen Werbeinhalten Aufmerksamkeit erregen muss.

Wenn es um den Ruf ihres Bezirks geht, versteht Bürgermeisterin Dagmar Pohle (Die Linke) nur begrenzt Spaß. Schließlich hat dieser seit Jahrzehnten mit einem schlechten Image zu kämpfen. Dank Image-Kampagnen des Bezirksamtes in den zurückliegenden Jahren und zuletzt durch die IGA ist das inzwischen aufpoliert.

„Gruselig sind vielmehr der Vergleich und das ewige Nachplappern von Vorurteilen, die insbesondere in diesem Fall mit der Realität nichts zu tun haben“, schreibt Pohle in einem Brief an Linnenbach. Sie lädt den Belantis-Geschäftsführer und den Chef seiner Werbeagentur in den Bezirk ein, um sich selbst ein Bild von Marzahn zu machen. hari
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