Fusion mit kleinen Schönheitsfehlern

Das Rathaus in Helle Mitte ist seit der Bezirksfusion Hauptsitz der Verwaltung des gemeinsamen Bezirks Marzahn-Hellersdorf. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Der Bezirk ist im Vergleich zu den Dörfern, auf deren Flächen er entstand, sehr jung. Er wird am 1. Januar 15 Jahre alt.

Als Jahr der Bezirksgründung gibt das Bezirksamt meist das Jahr 1979 an. Damals wurde der Bezirk Marzahn gegründet, zu dem auch die Teile des späteren Stadtbezirks Hellersdorf gehörten. Sie wurden 1986 zu einem neuen Stadtbezirk unter dem Namen Hellersdorf zusammengefasst.

Diese beiden Bezirke waren am Tag ihrer Fusion, dem 1. Januar 2001, also noch sehr jung. Nicht nur ihre geografische Lage, sondern auch ihr Werdegang als Ergebnis des Wohnungsbauprogramms der DDR machte sie zu geeigneten Teilen einer Zusammenlegung.

Mit der Fusion der damals 23 zu zwölf Bezirken in Berlin wollte der Senat die Bezirksverwaltungen verschlanken und effizienter machen. Wenn man die Zahlen der Angestellten der Bezirksverwaltungen vergleicht, scheint das gelungen. Hatten die beiden Verwaltungen 2001 noch zusammen über 4500 Mitarbeiter, sind es heute nur noch etwas mehr als 1700.

Zum Zeitpunkt der Fusion verfügten Marzahn und Hellersdorf über zwölf Dienstgebäude, heute sind es nur noch neun. Gab es 2001 beispielsweise noch sechs Meldeämter, gibt es davon heute nur noch drei im Bestand der später gebildeten Bürgerämter.

Die Zahl der Bewohner ist in etwa gleich geblieben. Sie betrug Anfang 2001 wie Ende 2015 rund 256 000 Menschen. Politisch hat sich allerdings viel geändert. Nach der ersten Wahl im Großbezirk 2001 konnte sich Uwe Klett (Die Linke) noch auf eine absolute Mehrheit in der Bezirksverordnetenversammlung stützen. Im Jahr 2011 wurde Stefan Komoß (SPD) von den Bezirksverordneten seiner Partei, der CDU und der Bündnisgrünen zum Bürgermeister gewählt. Die Linke gewann bei den letzten Wahlen nur noch rund ein Drittel der Stimmen.

Günter Krug gehört zu den wenigen Bezirksverordneten, die schon 2001 in der BVV saßen. Er war damals stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion und ist es, nach einem Zwischenspiel im Abgeordnetenhaus, heute wieder. Er findet die Bezirksfusion gelungen. Es gebe natürlich auf Defizite. Ein besonders augenfälliges Beispiel seien die aktuellen Anmeldezeiten bei den Bürgerämtern. „Das hat mit einer bürgernahen Verwaltung nichts mehr zu tun“, erklärt er. hari
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