Gewalt bei Kindern nimmt zu: Marzahn-Hellersdorf schneidet schlecht ab

Marzahn-Hellersdorf. Die Kinder und Jugendlichen im Bezirk sind gewalttätiger als in anderen Stadtteilen. Das zeigt ein Vergleich der Berliner Bezirke.

In Berlin wurden im Jahr 2013 über 8000 Fälle von Gewalt und Rohheit durch Jugendliche von Polizei, Jugendämtern und Schulen gemeldet. Rund 850 davon ereigneten sich in Marzahn-Hellersdorf. Mit rund jedem zehnten in Berlin gemeldeten Rohheitsdelikt liegt der Bezirk an zweiter Stelle, nur knapp hinter Mitte.

Während in Mitte die Gewalt im Vergleich zum Vorjahr 2012 um mehr als zehn Prozent abnahm, ist die Zahl der Vorfälle in Marzahn-Hellersdorf annähernd gleich geblieben. Mit rund 260 Delikten weist der Bezirk zudem die mit Abstand höchste Zahl an Gewalttaten durch Kinder aus, also der acht- bis 14-Jährigen. Besonders die Vorfälle in Schulen haben zugenomen, heißt es in einer Studie im Auftrag der Senatsverwaltung für Inneres.

Die im November veröffentlichten Ergebnisse zeigen: Berlinweit sind die Delikte zurückgegangen. Allerdings rückt damit das anhaltend hohe Niveau im Bezirk um so mehr in das Blickfeld. Gerade in Marzahn-Nord und Hellersdorf-Nord ist die Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen stark ausgeprägt. Zwei Stadtteile, die mitunter die höchsten Raten bei der Langzeitarbeitslosigkeit und bei der Kinderarmut aufweisen. Auch sei hier der Bildungsstatus vergleichweise gering.

Es wird viel unternommen, um der Gewaltentwicklung entgegenzuwirken, heißt es. Die Polizeidirektion 6 führt bereits an Schulen Veranstaltungen zur Gewaltprävention durch. Sechs Kinder-, Jugend- und Familienzentren im Bezirk leisten wiederum ihren Beitrag. Hier können sich Eltern auch beraten lassen oder in Kursen den richtigen Umgang mit ihren Kindern lernen.

Die Bildungsverwaltung des Senats startete Anfang des Schuljahres ein Präventionsprojekt gegen Gewalt an den Schulen. Elf Schulen beteiligen sich daran. Das Motto: Die Schüler sollen sich im Rahmen eines Wettbewerbs gegenseitig erziehen. „Wir können noch keine Ergebnisse mitteilen, weil das Projekt erst angefangen hat“, sagt Projektleiter Oliver Raum. „Wir sind gegenwärtig mit dem freien Träger Jugendwerk Aufbau Ost im Gespräch, wie wir auch Eltern in unsere Projektarbeit einbeziehen können.“ hari
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