Holt Petra Pau erneut das Direktmandat für die Linke?

Mit Großplakaten und Slogans zur Familienpolitik werben SPD und CDU auf dem Grünstreifen in der Nossener Straße für sich. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Landeswahlleiterin hat Anfang August die Liste der Kandidaten für die Bundestagswahl am 24. September veröffentlicht. Damit hat die heiße Phase des Wahlkampfes begonnen.

Die spannendste Frage in Marzahn-Hellersdorf dürfte sein, ob die Linke ihre jahrzehntelange Vormachtstellung auch in dieser Bundestagswahl halten kann. Der Abstand zu den anderen Parteien ist bei den jüngsten Wahlen immer mehr zusammengeschmolzen. Mit Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau schickt die Partei erneut eins ihrer bekanntesten Gesichter ins Rennen um das Direktmandat. Pau sitzt seit 1998 im Bundestag und erhielt seit 2005 immer wieder die meisten Stimmen im Bezirk und einige Prozentpunkte mehr als ihre Partei. Bei der Bundestagswahl 2013 bekam sie 38,9 Prozent der Erststimmen, die Linke dagegen nur 32,9 der Zweitstimmen.

Auch die CDU schickt mit Monika Grütters eine ihrer prominentesten Politikerinnen ins Rennen. Grütters ist seit 2005 Mitglied des Bundestages, seit 2013 Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und seit dem vergangenen Jahr Landesvorsitzende der Berliner CDU. Sie konnte ihren Anteil an Erststimmen in den zurückliegenden Wahlen steigern. 2009 stimmten 19,4 Prozent der Wähler für sie, 2013 waren es 25,7 Prozent.

Mit ihren Direktkandidaten hatte die SPD in der Vergangenheit weniger Glück. Ihr Spitzenkandidat Dmitri Geidel bei dieser Wahl ist ein auch in der Landspolitik kaum bekannter Politiker. Er ist stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion in der BVV. Der Jurist wurde 1989 in St. Petersburg geboren und zog 1993 mit seinen Eltern nach Berlin. Eine Frage ist, ob er mit seiner Biografie besonders bei den vielen Russlanddeutschen im Bezirk für seine Partei punkten kann.

Die AfD ist seit der Berliner Wahl im vergangenen Jahr zweitstärkste Partei in Marzahn-Hellersdorf. Mit Jeanette Auricht stellte die AfD ihre Bezirksvorsitzende als Direktkandidatin für den Wahlkreis Marzahn-Hellersdorf auf. Bei der Bundestagswahl 2013 erreichte die AfD im Bezirk 6,4 Prozent, bei der Berlin-Wahl im vergangenen Herbst 23,6 Prozent der Stimmen.

Die Grünen gehen mit der Tanz- und Theaterpädagogin Inka Seidel-Grothe ins Rennen um das Direktmandat. Die Partei kam bei der Bundestagswahl 2013 auf nur 3,9 Prozent. Noch weniger hatte mit 1,7 Prozent die FDP. Deren Direktkandidat ist Roman-Francesco Rogat, IT-Spezialist und Landesversitzender der Jungen Liberalen in Berlin. hari
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Siegfried Schmidt aus Hellersdorf | 09.08.2017 | 18:32  
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