Bezirk will mit Einbürgerungsfeier für Migranten eine Tradition begründen

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt will Migranten als Neubürger in Zukunft festlich willkommen heißen. Zum ersten Mal fand daher im Dezember eine Einbürgerungsfeier statt.

"Wir freuen uns auf Sie und wir brauchen Sie", sagte Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) im Kesselhaus des Unfallkrankenhauses Berlin. Das wolle das Bezirksamt mit der Feier für die neuen Mitbürger deutlich machen. Komoß kündigte an, dass mit der ersten Feier dieser Art eine Tradition in Marzahn-Hellersdorf begründet werden soll.

Während dieses Jahres wurden in Marzahn-Hellersdorf 127 Einbürgerungen vorgenommen. Die Menschen stammten aus 27 Nationen. Die meisten kommen aus Russland, der Ukraine, Polen, Vietnam, Kosovo und Sri Lanka.

Komoß verband die Begrüßung der neuen deutschen Staatsangehörigen mit dem Hinweis, sich in Zukunft im Bezirk zu engagieren. Hierzu sei in Parteien, Vereinen und Nachbarschaftsinitiativen Gelegenheit. Immerhin habe jeder fünfte Bewohner von Marzahn-Hellersdorf einen Migrationshintergrund.

"Das ist für mich ein wirklich feierlicher Moment", erklärt Hicham Abargane. "Jetzt bin ich richtig in Deutschland angekommen." Der 34-Jährige ist in Marokko geboren und aufgewachsen und hat 2013 die deutsche Staatsbürgerschaft angenommen. Zusammen mit seiner Frau Kathrin (34) und den fünfjährigen Zwillingen ist er zur Einbürgerungsversammlung gekommen.

Kathrin und Hicham Abargane haben sich in Marokko kennengelernt. Die Brandenburgerin machte Urlaub, eine "Auszeit", wie sie sagt. Sie verliebte sich in den jungen Marokkaner. Sie heirateten noch in Marokko und wenig später kamen die beiden Söhne auf die Welt.

Mit den Kindern reifte der Entschluss, nach Deutschland umzusiedeln. "Wir dachten auch an unsere Chancen, besonders aber an die Zukunftschancen unserer Kinder", erklärt Hicham Abargane. "Besonders die Möglichkeiten zur Bildung und einen guten Beruf zu lernen, die sind in Deutschland viel besser", ergänzt Kathrin Abargane.

In Marzahn leben sie seit vier Jahren. Von dem östlichen Berliner Bezirk wussten beide vorher kaum etwas. "Wir hatten nur vier Tage Zeit, eine Wohnung zu finden", erinnert sich Hicham. Eine preiswerte Wohnung in kürzester Zeit zu bekommen, war nur in Marzahn-Hellersdorf möglich. "Wir fühlen uns hier sehr wohl. Es war die richtige Wahl", erklärt Kathrin Abargane.


Harald Ritter / hari
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