Bezirksamt blockiert Umbaupläne für Lebensmittelausgabe

Frank Bielefeld leitet im Auftrag der Berliner Tafel die Lebensmittelausgabe in der Schwarzburger Straße. (Foto: hari)

Marzahn. In der Ausgabestelle von "Laib und Seele" in der Schwarzburger Straße vergammeln die Lebensmittel. Eine Kühlzelle könnte Abhilfe schaffen, doch bei deren Einbau macht das Bezirksamt Schwierigkeiten.

"Der Kühlraum ist für uns unabdingbar. Wir müssen noch einiges andere umbauen, um hier weitermachen zu können", sagt Frank Bielefeld, Leiter der Ausgabestelle von "Laib und Seele" in der Schwarzburger Straße 8. Die Ausgabestelle wird in den Räumen der evangelisch-lutherischen Missionsgemeinde Marzahn und mit dieser zusammen betrieben. Im November vergangenen Jahres beantragte die Gemeinde beim Bauamt, das Gebäude in der Schwarzburger Straße zu erweitern und in der bisherigen Ausgabestelle Wände einreißen zu lassen. Zwei große Räume für die getrennte Lagerung von unsortierten und sortierten Lebensmitteln sowie Platz für einen Kühlraum sollten geschaffen werden.

Das Bauamt genehmigte im Dezember den Umbau. Allerdings hatte die Gemeinde die erforderlichen Spendengelder erst Mitte dieses Jahres zusammen. Da aber bekam sie Probleme mit einer anderen Stelle des Bezirksamtes, der Objektverwaltung. Das Bezirksamt ist nämlich auch Eigentümer des Gebäudes. Die Objektverwaltung sah in dem Umbau eine "Nutzungsänderung", die erst noch einmal zu prüfen sei.

Immobilienstadtrat Stephan Richter (SPD) erklärte auf Nachfrage der Berliner Woche: "In den Unterlagen steht, dass die Räume für Gottesdienste genutzt werden." Erst im Zusammenhang mit der Anfrage der Gemeinde habe sein Amt offiziell erfahren, dass in dem Gebäude Lebensmittel ausgegeben werden.

Der Stadtrat verspricht aber, den Pfarrer der Gemeinde, Hugo Gevers, zu einem klärenden Gespräch einzuladen. Wegen der besonderen sozialpolitischen Bedeutung der Lebensmittelausgabe sehe er momentan kein Problem, die Umbauten vornehmen zu lassen.

Pfarrer Hugo Gevers hat inzwischen eine neue, sogar kostengünstigere Lösung gefunden. Statt einen Kühlraum einbauen zu lassen, bietet ihm eine Firma an, eine Kühlzelle aufzustellen. "Das würde nicht einmal einen Tag dauern."


Harald Ritter / hari
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