Bezirksmuseum zeigt den Alltag unter der NS-Diktatur

Das Ende der Nazi-Diktatur. Zerstörungen in der Hönower Straße in Mahlsdorf 1945. (Foto: Bezirksmuseum)

Marzahn. Die Ausstellung "Marzahn-Hellersdorf 1933 bis 1945" gehört zu den herausragenden Aktivitäten des Bezirksmuseums in den zurückliegenden Jahren. Zum ersten Mal sind die Vorgänge während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft im Bezirk in einer so umfangreichen Schau zu sehen.

Das Museum knüpft bei der Darstellung an Forschungen an, die in der Ausstellung zur Bezirksgeschichte bereits zu sehen waren. Die Arbeitsgruppe, in die erneut Mitglieder des Vereins der Heimatfreunde einbezogen waren, unternahm aber weitere zusätzliche Recherchen. "Wir haben uns bemüht, besonders die Durchdringung des Alltagslebens mit der Nazi-Ideologie zu erkunden und darzustellen", sagt Museumsleiterin Dorothee Ifland.

Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte. Der erste beschäftigt sich mit dem Entstehen von NSDAP-Strukturen. Eine der neuen Erkenntnisse ist, dass in Kaulsdorf bereits seit 1926 eine Ortsgruppe der Nazi-Partei bestand. "Das ist relativ früh und war auch für uns erstaunlich", erläutert Ifland.

Der zweite Teil der Ausstellung stellt den Nationalsozialismus im Alltagsleben dar. Er zeigt, wie mit der Machtergreifung durch die Nazis Ende Januar 1933 deren Ideologie alle Bereiche der Gesellschaft durchdrang, von der Schule bis zur Wirtschaft, bei den Frauenorganisationen und beim Sport.

Der dritte Teil widmet sich der Verfolgung durch die Nazis und dem Widerstand gegen das Regime. Dabei spielen neben dem Zwangslager für die Sinti und Roma in Marzahn, den unterschiedlichen Lagern für Kriegsgefangene und den Arbeitslagern im Bezirk auch die Vorgänge im Alltag eine Rolle.

Das betrifft etwa eine Dokumentation zu den zahlreichen Denunziationen, aber auch Akte des Widerstandes. Dazu zählen das Verteilen und Lesen von Flugblättern oder das Verstecken von Verfolgten wie Juden.

Die Ausstellung wird am Sonntag, 24. März, um 14 Uhr im Bezirksmuseum, Alt-Marzahn 51, eröffnet. Sie ist bis November Mo-Fr 10 bis 17, So 11 bis 17 Uhr zu sehen, 54 79 09 21.

Harald Ritter / hari
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