Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) fordert vom Senat 91 neue Mitarbeiter

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt fordert mehr Mitarbeiter. Es setzt große Hoffnung auf die veränderte Stimmung in Senat und Abgeordnetenhaus.

Immer längere Wartezeiten auf Termine im Bürgeramt oder beim Sozialamt, verwahrloste Grünflächen und gestresste Mitarbeiter im Jugendamt: die Menschen im Bezirk kritisieren schon seit Langem diese Zustände in ihrer Verwaltung. Sie haben diese satt und verlangen Veränderungen. Die Hoffnung ist, dass der Senat unter dem neuen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) seine Personalpolitik überdenkt.

Im Bezirk hat sich der Wind längst gedreht. Von einem weiteren Personalabbau in der Verwaltung ist schon lange nicht mehr die Rede. In diesem Punkt sind sich alle Berliner Bezirke einig.

Im Juni beschloss der Rat der Bürgermeister, dass ein neues Personalkonzept in Berlin her müsse. Anfang Dezember legten die Bezirke ihre Wünsche an den Senat vor. Rund 1200 neue Mitarbeiter fordern die Bürgermeister insgesamt.

Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) möchte 91 Mitarbeiter für seine Verwaltung zusätzlich haben. Laut gültigem Personalentwicklungskonzept sollen stattdessen bis 2020 weitere 175 Stellen eingespart werden. Das wären mehr als zehn Prozent der jetzt rund 1500 Mitarbeiter.

Die von Komoß geforderten Stellen beruht auf einer Befragung der Abteilungen des Bezirksamtes. Allein das Jugendamt braucht 35 neue Mitarbeiter und das Sozialamt 25. "Damit würde aber auch nur der gegenwärtige, nicht der wachsende Bedarf abgedeckt", sagt Komoß. Es würden nur Einstellungen vorgenommen, die wegen des geltenden Einstellungsverbots bisher unterblieben.

Langfristig möchten die Bezirke eine grundlegende Wende bei der Personalpolitik. Sie wollen bei ihren Personalplanungen nicht weiter am Gängelband der Finanzverwaltung hängen.

Das von den Bürgermeistern im Juni vorgestellte Konzept sieht vor, dass die Bezirke eigenständig über die vorzunehmenden Einstellungen entscheiden können, solange sie ihren Haushalt ausgeglichen halten. "Alles andere ist nicht sachgerecht und führt zu nicht überzeugenden Lösungen", erklärt Komoß.


Harald Ritter / hari
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