Die Linke kritisiert Bürgermeister Stefan Komoß

Marzahn-Hellersdorf. Der Senat baut seine Frauenförderung um. Dies geht vor allem zu Lasten des Bezirks und des Gründerinnenzentrums "Hafen". "Eigentlich könnte ich zum Jahresende hier das Licht ausmachen", sagt Karin Feige vom Gründerinnenzentrum "Hafen" in der Schwarzburger Straße 10.

Sie wolle aber zunächst ehrenamtlich das Zentrum weiter betreuen, sagt Feige. Die Senatsverwaltung für Arbeit, Integration und Frauen hat ihre Stelle nicht weiter bewilligt. Damit verliert der Trägerverein "Zentrum für Frauen und Mädchen" seine letzte geförderte Stelle.

Die Senatsverwaltung begründet ihre Entscheidung damit, dass Feige mehr mache als in den Förderbedingungen vorgesehen. Als letzte Festangestellte kümmerte sie sich nicht nur um die Mädchen- und Frauenprojekte im Gründerinnenzentrum. Ihr oblagen auch die Betreuung von Ein-Euro-Jobberinnen und die Vermietung von Räumen an Frauenprojekte. Die Stellenstreichung trifft ebenso das Frauenzentrum "Matilde" in der Stollberger Straße 55. Es verliert eine von drei Stellen. "Dabei wächst der Bedarf an Beratung für von Gewalt betroffene Frauen im Bezirk", sagt Hannelore Brunn, Leiterin des Frauenzentrums.

Die Fraktion der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung hält Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) vor, dass er auf Nachfrage gesagt habe, alle Frauenprojekte seien vom Bezirksamt positiv bewertet worden. "Die beiden Projekte wurden durch die Frauenbeauftragte aber nur mit ,Befriedigend’ eingestuft", erklärt Sarah Fingarow, Linke-Fraktions-Vize. Das Bezirksamt habe eindeutig eine Auslese unter den Frauenprojekten vorgenommen ."Eine negative Bewertung hat kein Projekt erhalten", entgegnet Komoß.

Die Linke macht Komoß dennoch verantwortlich dafür, dass von den neun Frauenstellen, die in ganz Berlin gestrichen wurden, allein zwei auf Marzahn-Hellersdorf entfallen.

Der Bürgermeister übt tatsächlich öffentlich keine Kritik an der Senatsentscheidung. Vielmehr erklärt er, dass der Bezirk vom Senat zwei neue, halbe Stellen bewilligt bekommen habe. Diese gehen jeweils an die JAO gGmbH für die Förderung alleinerziehender Frauen und an Reistrommel e.V., um Migrantinnen zu fördern.


Harald Ritter / hari
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