Familientreff "Kiek in" versucht zum Alltag zurückzukehren

Nicole Ahlfeldt (links) und Jenifer Schwarzkopf gehören zu den fleißigen Helfern. Sie reißen nasse Tapeten von einer Zimmerdecke. (Foto: hari)

Marzahn. Unbekannte haben in der Silvesternacht das Gebäude in der Rosenbecker Straße unter Wasser gesetzt. Die Räume der Kita "Kiek mal" und des Nachbarschafts- und Familienzentrums "Kiek in" wurden dabei schwer beschädigt.

Die Unbekannten waren in der Silvesternacht in das Haus eingedrungen, hatten die Siphons der Waschbecken abmontiert und die Wasserhähne im Kita-Bereich aufgedreht. Auf diese Weise setzten sie die Räume im zweiten Geschoss und Erdgeschoss komplett unter Wasser. Durch das auslaufende Wasser entstand ein Kurzschluss. Dadurch sprang die Alarmanlage gegen 3 Uhr morgens an.

Gabriele Geißler, Geschäftsführerin der Kiek in Soziale Dienste gGmbH, glaubt nicht an schlichten Vandalismus. Dazu seien die Unbekannten viel zu systematisch vorgegangen. Sie vermutet eher, dass die Arbeit des Nachbarschafts- und Familienzentrums und der Kita in der Rosenbecker Straße 27/29 "sabotiert" werden sollte.

Sollte dies die Absicht gewesen sein, haben die Täter ihr Ziel nur sehr kurzzeitig erreicht. Schon seit Montag, 6. Januar, werden alle Kinder wieder in der Rosenbecker Straße betreut. Kurzzeitig hatte die Kita-Außenstelle in der Dessauer Straße die Kinder aufgenommen. Und auch die Nachbarschafts- und Familienarbeit läuft trotz dauerhafter Einschränkungen weiter. Allerdings müssen die Menschen, die Beratungstermine im Haus wahrnehmen, in den Fluren die Wartezeit absitzen.

Dennoch ist der Schaden enorm. Von den 42 Räumen sind zwölf vorläufig nicht zu benutzen. Die genaue Schadenssumme hat die Versicherung noch nicht ermittelt. Geißler schätzt ihn auf bis zu 200 000 Euro. Sobald die Zimmer trocken sind, soll die Sanierung beginnen. Sie wird voraussichtlich einige Wochen dauern.

Wegen der Wasserschäden mussten Tapeten und Fußbodenbeläge herausgerissen werden. Über 50 Helfer halfen gleich am Anfang mit. "Die Hilfsbereitschaft im Kiez ist beeindruckend", sagt Birke Stahl, Bereichsleiterin Kinder- und Jugendhilfe bei "Kiek in".

Die Suche nach den Tätern ist allerdings schwierig. Wer etwas in der Silvesternacht in der Rosenbecker Straße oder deren Umfeld gesehen hat, kann sich mit Hinweisen an jede Polizeidienststelle wenden. Zuständig ist der Polizeiabschnitt 62, 46 64 66 21 00.

Mehr Informationen unter www.verein-kiekin.de.

Harald Ritter / hari
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