Gedenkveranstaltung am Parkfriedhof Marzahn am 15. Juni

Petra Rosenberg und Bürgermeister Stefan Komoß werden an das Schicksal der Berliner Sinti und Roma erinnern. (Foto: KT)

Marzahn. Mit einer Gedenkstunde und anschließender Kranzniederlegung erinnert der Landesverband Deutscher Sinti und Roma Berlin-Brandenburg am Sonntag, 15. Juni, an die Deportation der Berliner Sinti und Roma in das Zwangslager Marzahn.

Vor 78 Jahren wurden die Berliner Sinti und Roma aus der Stadt verschleppt und in das "Zigeunerlager" nach Marzahn gebracht. An dieses NS-Zwangslager erinnert seit drei Jahren die Gedenkstätte auf dem Otto-Rosenberg-Platz. Das Zwangslager nannten die Nazis beschönigend "Zigeunerlager Marzahn". Tausende Sinti und Roma wurden hier - zwischen dem Friedhof und den damaligen Rieselfeldern - interniert und zur Arbeit in Arbeitslagern gezwungen, ehe sie in die Konzentrationslager abtransportiert wurden.

Auf dem benachbarten Parkfriedhof erinnern heute Gräber an die Opfer der beiden Weltkriege, an die Zwangsarbeiter und an die Sinti und Roma vom "Zigeunerrastplatz Marzahn". Auf dem Friedhof gibt es rund 100 Gräber von Sinti und Roma, die in dem Zwangslager zwischen 1936 und 1945 starben. 1936 war Berlin Austragungsort der Olympischen Spiele. Die Faschisten wollten die Reichshauptstadt "gesäubert" haben, sie sollte "bis zur Olympiade zigeunerfrei" sein. Im "Zigeunerrastplatz Marzahn" wurden ab Sommer 1936 mindestens 1200 Menschen vom Säugling bis zum Greis unter unmenschlichen Bedingungen zusammengepfercht. Bis zum Frühjahr 1943 waren fast alle Lagerinsassen nach Auschwitz deportiert worden. Von dort kam fast niemand mehr zurück. Auf zehn Gedenktafeln auf dem Otto-Rosenberg-Platz ist der Leidensweg von Sinti und Roma dargestellt.

Die Vorsitzende des Landesverbandes der Sinti und Roma Petra Rosenberg erinnert am Sonntag, 15. Juni, um 12.30 Uhr auch daran, dass viele Jahre lang "die Verbrechen an den Sinti und Roma verleugnet wurden". Ausgrenzung und Unterdrückung endeten nicht nach dem zweiten Weltkrieg. "Auch heute noch werden Sinti und Roma in europäischen Ländern ausgegrenzt. "Die Vergangenheit lehrt uns, nicht wegzuschauen, sondern für Menschenrechte zu kämpfen."

Zur Gedenkveranstaltung werden neben Petra Rosenberg auch der Staatssekretär für Inneres Bernd Krömer und der Vorsitzende des Ökumenischen Forums Berlin-Marzahn e.V., Ernst-Gottfried Buntrock erwartet. Die Gedenkrede hält der Bürgermeister von Marzahn-Hellersdorf, Stefan Komoß.


Klaus Tessmann / KT
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