Noch kostet das Schulessen im Bezirk unter zwei Euro

Angela Röhrdanz (links) und Edith Behrendt von Menü-Taxi reichen in der Kiekmal-Grundschule das Mittagessen aus. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Eine Studie wirft die Frage auf, ob das Schulessen nicht teurer sein müsste. Der Bezirk befürchtet bei Neuausschreibungen ohnehin Preiserhöhungen.

Laut einer Studie im Auftrag der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung ist das Berliner Schulessen zu billig, um gut sein zu können. Das Ergebnis hat erneut eine Diskussion um die Qualität der Mittagsverpflegung in den Berliner Schulen entfacht. Fraglich ist, ob der Preis das einzige Problem ist. Bürgermeister und Schulstadtrat Stephan Komoß (SPD) sieht in Marzahn-Hellersdorf relativ wenig Handlungsbedarf. Gegenwärtig lägen dem Schulamt kaum Klagen von Eltern wegen des Schulessens vor.

Die Studie der Senatsverwaltung in Zusammenarbeit mit der AOK Nordost setzt wesentlich höhere Preise für die Mittagsversorgung an. Danach müssten an den Grundschulen 3,17 bis 3,36 Euro, an den Gymnasien 3,97 bis 4,25 Euro und an den Integrierten Sekundarschulen 3,14 bis 4,25 Euro als angemessene Preise angesehen werden. Die Senatsverwaltung sieht in den Empfehlungen zunächst eine Diskussionsgrundlage, um mit den Bezirken, den Schulen und den Eltern ins Gespräch zu kommen.

An den 47 Schulen gibt es 20 000 Schüler. Ein Drittel nimmt am Schulessen teil. Bei den Grundschülern sind das täglich 4500 Portionen und bei den Oberschülern rund 1400 Portionen. Der Durchschnittspreis liegt bei 1,98 Euro.

Partner der Mittagsversorgung an den Schulen sind im Bezirk acht Catering-Firmen. Eine Neuausschreibung hält Komoß gegenwärtig für unnötig.

Im Gegenteil. Sie berge die Gefahr, zu den gegenwärtigen Preisen gar keinen Zulieferer zu finden. Bei der Neuausschreibung im vergangenen Jahr musste das Schulamt bereits eine Anhebung der Preise von zehn bis zwölf Prozent hinnehmen.

Einer der größten Caterer im Bezirk ist die Sodexo. Das Essen des Unternehmens wird von Menü-Taxi an den Schulen ausgereicht. Edith Behrendt von Menü-Taxi steht in der Kiekemal-Grundschule an der Essensausgabe. "Wirkliche Klagen hören wir selten", sagt sie. Auffällig sei lediglich, dass viele Kinder gängige Gerichte oder Beilagen nicht kennen oder wollen. Erst kürzlich habe ein Kind beim Anblick von Sauerkraut gefragt: "Was ist das eigentlich?"


Harald Ritter / hari
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