Nutzer der Halle im FFM wehren sich gegen Rauswurf

Schwung holen sich viele Senioren beim Gymnastikkurs. Die Teilnehmer wehren sich gegen die Umwandlung der Halle in eine reine Frauensporthalle. (Foto: hari)

Marzahn. Gegen die Umwandlung der Mehrzweckhalle im Freizeitforum in eine reine Frauensporthalle regt sich Widerstand. Nicht nur die jetzigen Nutzer sind sauer. Auch die Linke lehnt den Standort ab.

Die für das Freizeitforum zuständige Kulturstadträtin Juliane Witt (Die Linke) möchte die Mehrzweckhalle nicht für alle anderen Veranstaltungen schließen. Von den bisherigen Sportangeboten in der Halle blieben nur die Championsleague-Spiele der Damen der Tischtennisclubs Eastside. Die Fraktion der Linken will den Umbau einer anderen, bisher ungenutzten Halle für den Zweck und fordert ein Gesamtkonzept für die Förderung des Frauensports im Bezirk. Bürgermeister Komoß, im Bezirksamt auch für Sport und Gleichstellung zuständig, schlug Anfang 2013 vor, eine Sporthalle nur für Frauen einzurichten. Er verwies darauf, dass Frauen beim Vereinssport deutlich unterrepräsentiert sind. Die Idee fand viel Beifall, auch jenseits der Bezirksgrenzen. Eine Umfrage dazu auf dem ersten Frauenfitnesstag im August ergab ebenfalls große Zustimmung.

Das Bezirksamt setzte daraufhin eine Kommission ein. Mitglieder sind Vertreter von Sportvereinen, des Bezirksportbundes, des Frauenbeirates, Mitarbeiter des Bezirksamtes und die ehemalige Vizepräsidentin des Landessportbundes, Marion Hornung. Die Kommission untersuchte neun Hallen und wählte schließlich die Mehrzweckhalle als Standort für den Frauensport aus.

"Die Halle ist für die Frauen sehr gut zu erreichen", sagt Hornung. Es mache keinen Sinn, eine solche Halle irgendwo auf einer grünen Wiese einzurichten. Außerdem sei die Mehrzweckhalle nicht besonders gut ausgelastet. Frauen könnten auch das Schwimmbad und die Sauna nutzen.

Die Schwimmhalle und andere Möglichkeiten im Freizeitforum sind auch Argumente für Gruppen, die bereits die Mehrzweckhalle nutzen, diese nicht kampflos herzugeben. Unter anderem Bernd Bernhardt bietet seit fast 20 Jahren Gymnastikkurse an, die von 200 Teilnehmern pro Woche besucht werden. Mit einer Unterschriftenliste will der Heilpraktiker das Bezirksamt zum Umdenken bewegen. "Wir lassen uns hier nicht einfach raussetzen", sagt er

Komoß hat indessen als Sportstadtrat der GSE, der Betreiber-Gesellschaft des FFM, bereits ein Angebot zu einem Pachtvertrag für die Halle gemacht. Der Vertrag sei unterschriftsreif, teilte der Bürgermeister auf Nachfrage mit.


Harald Ritter / hari
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