Rasseliste und Leinenzwang bleiben umstritten

Martina Schüler fühlt sich als Hundehalterin von der Gesellschaft ausgeschlossen. Einen Leinenzwang für Hunde lehnt sie ab. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Standpunkte von Hundehaltern und Nicht-Haltern sind oft unversöhnlich. Der Bello-Dialog des Senats will zwischen beiden Gruppen vermitteln.

Die Senatsverwaltung für Justiz bereitet eine Neufassung des Berliner Hundegesetzes vor. Im Vorfeld will sie möglichst viele Bürger einbeziehen und das Thema breit diskutieren. Dem dient der sogenannte "Bello-Dialog". Das erste Forum dieser Art fand am 22. August im Schloss Biesdorf statt. In der Diskussion ging es vor allem um den Leinenzwang und den Umgang mit dem Hundedreck in der Stadt. Der seit der Novellierung des Hundegesetzes von 2005 nicht enden wollende Streit um den Leinenzwang und die "Rasseliste" der Kampfhunde ist auch der Grund für die beabsichtige Neufassung des Gesetzes. Ähnlich wie beim Bello-Dialog mit der Staatssekretärin Sabine Toepfer-Kataw (CDU) scheiden sich auch bei den Begegnungen auf den öffentlichen Straßen, Parks und Plätzen im Bezirk die Geister. "Hunde gehören überhaupt nicht in die Stadt", sagt beispielsweise Nico Mühlmann. Er besucht mit seiner vierjährigen Tochter häufig einen Spielplatz in der Peter-Huchel-Straße. "Da hat man am späten Nachmittag Angst, mit einem Kind durch das Spalier der Herrchen und Frauchen sowie ihren Hunden zu gehen. Nur jeder zweite hält sein Tier an der Leine und vor Hundedreck lässt sich kaum treten", sagt er.

"Als Hundehalter fühle ich mich immer mehr aus der Gesellschaft ausgeschlossen", sagt Martina Schüler aus Biesdorf. Sie ist behindert und mit Rollstuhl sowie Hund oft auch im Schlosspark Biesdorf unterwegs.

Ihr vierjähriger Hovawart mit dem Namen "Artus" sei gut erzogen und natürlich habe sie immer eine Hundetüte dabei, um den Kot zu entsorgen. Wenn sie den Hund mal von der Leine lasse, sei schon das Ordnungsamt zur Stelle. "Wie sollen Hunde gesundes Sozialverhalten lernen, wenn sie immer an der Leine gehalten werden müssen?" fragt sie.

Im Rahmen des Bello-Dialogs soll ein 30-köpfiges Team gebildet werden, das die Diskussion auf Expertenebene weiterführen und der Senatsverwaltung bis Februar 2013 Vorschläge unterbreiten soll. Das neue Hundegesetz soll dann noch im gleichen Jahr verabschiedet werden.

Weitere Informationen unter www.berlin.de/hundegesetz-forum.

Harald Ritter / hari
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