Senat stellt jährlich bis zu 100 000 Euro zur Verfügung

Marzahn-Hellersdorf. Schulen in sozialen Brennpunkten können ab 2014 mit mehr Geld vom Senat rechnen. Damit sollen sich die Bildungschancen der Schüler verbessern.

"Damit erweitert sich der Handlungsspielraum erheblich", sagt Bürgermeister und Bildungsstadtrat Stefan Komoß (SPD). Über die Verwendung der Mittel könnten die Schulen selbst entscheiden. Auf Initiative der SPD soll der Senat rund 200 Berliner Schulen mit bis zu 100 000 Euro jährlich zusätzlich ausstatten. Insgesamt stehen jährlich 15 Millionen Euro zur Verfügung. In Marzahn-Hellersdorf stehen 22 Grundschulen, Sekundarschulen und Förderschulen auf der Liste. Alle befinden sich in den Großsiedlungen. "Viele der von dem Programm profitierenden Schulen erbringen hohe Leistungen bis hin zu Spitzenleistungen", sagt Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Es handele sich bei dem Geld daher nicht um "Reparaturmittel" für gescheiterte Schulen, sondern um zusätzliche Unterstützungsmittel. Es gehe darum, schwierige Sozialstrukturen zu berücksichtigen und Leistung zu belohnen.

Das Kriterium, um auf die Liste zu kommen, war die Zahl der Schüler, deren Eltern von Zuzahlungen für Lernmittel befreit sind. Mindestens 50 Prozent sind die Vorgabe. Schulen, bei denen die Zahl der befreiten Eltern über 75 Prozent liegt, erhalten das meiste Geld.

Vorsichtiger Optimismus

Die einzige Schule im Bezirk, auf die das zutrifft, ist die Bruno-Bettelheim-Grundschule. "Wir wissen bisher nicht mehr als die Presse", sagt die stellvertretende Schulleiterin Ina Reith. Sie freut sich auf das zusätzliche Geld, wagt aber noch nicht, Vorstellungen zu äußern, wofür die Schule es ausgeben wird. Die Schulen sollen zwar selbst über die Verwendung bestimmen, aber üblicherweise gäbe es dazu Bestimmungen, deren Inhalte ja erst einmal bekannt gegeben werden müssten.

Ähnlich vorsichtig geht Jörn-Peter Roloff, der Leiter der Ernst-Haeckel-Oberschule, mit der Nachricht um. Handlungsfelder sieht er viele für die Integrierte Sekundarschule - vom Bedarf an Förderlehrern und Sozialpädagogen bis hin zum Ausbau der Schulstation. "Das Entscheidende ist aus meiner Sicht, dass wir das Geld über einen längeren Zeitraum bekommen", sagt Roloff.


Harald Ritter / hari
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