Senatsstudie prognostiziert für Marzahn-Hellersdorf einen geringen Anstieg

Marzahn-Hellersdorf. Die Bevölkerungszahl im Bezirk wird in den kommenden 20 Jahren leicht wachsen, aber weniger als in ganz Berlin. Das ist ein Ergebnis der neuesten Senatsstudie zur Entwicklung der Bevölkerung in der Hauptstadt.

Danach wird die Zahl der Einwohner Berlins von derzeit rund 3,5 Millionen im Jahr 2030 auf 3,75 Millionen steigen. Das ist ein Wachstum von 7,2 Prozent. Die Zunahme der Einwohner des Bezirks fällt dagegen mit fünf Prozent etwas geringer aus. Danach steigt die Bevölkerungszahl von aktuell rund 250 000 auf etwas mehr als 265 000 Menschen. Das ist in Berlin der drittletzte Platz. Geringer fällt das Wachstum nur noch in Tempelhof-Schöneberg (2,5 Prozent) und Reinickendorf (1,9 Prozent) aus. Der Drang in die Berliner Innenstadt setzt sich dagegen ungebremst fort. In Friedrichshain-Kreuzberg sollen 8,6 Prozent und in Mitte 8,5 Prozent mehr Menschen leben. Der Gewinnerbezirk ist und bleibt Pankow mit einem prognostizierten Wachstum von 16,3 Prozent.

Die Berliner Randbezirke schneiden insgesamt am schlechtesten ab. Marzahn-Hellersdorf profitiert hauptsächlich aus Zuzügen in die Siedlungsgebiete. Die neuen Bürger finden hier günstiges Bauland und mancher Innenstadtbewohner zieht daher an den Stadtrand. In den Großsiedlungen von Marzahn-Hellersdorf wird dagegen mit einem Nullwachstum oder einem kleineren Minus zu rechnen sein.

Die Bevölkerungsentwicklung in Berlin entspricht dem deutschlandweiten Drang in die Metropolen und Ballungsräume. Die deutsche Bevölkerung insgesamt schrumpft und wird älter. Der Zahl der Menschen in Berlin über 60 Jahre wächst um 14,5 Prozent, der Über-80-Jährigen sogar um 80 Prozent.

Laut der Senatsstudie kommen die Neu-Berliner hauptsächlich aus den alten Bundesländern (10 000 pro Jahr) und aus dem Ausland, (5000 pro Jahr).

Wer von den Zuzüglern an den östlichen Stadtrand kommt, hängt hauptsächlich vom Preis und der Attraktivität des zur Verfügung stehenden Wohnraums ab. Ein weiterer Faktor wird laut der Studie sein, wie die Menschen außerhalb Berlins die weitere Entwicklung in diesem Bezirk wahrnehmen.


Harald Ritter / hari
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