Wolfgang Hauser hilft beim Ausfüllen der Anträge

Wolfgang Hauser setzt sein umfangreiches Fachwissen bei der ehrenamtlichen Rentenberatung im Interesse seiner Klienten ein. (Foto: hari)

Marzahn. Wer Probleme mit seinem Rentenantrag hat, findet kompetente Hilfe bei Wolfgang Hauser. Er opfert einen großen Teil seiner Freizeit, um Menschen aus dem Kiez ehrenamtlich zu beraten.

"Das ist etwas anderes, als nur Papier vor den Augen zu haben", sagt Wolfgang Hauser. Der ehemalige Mitarbeiter der Deutschen Rentenversicherung berät seit drei Jahren im Nachbarschaftshaus "Kiek in" in der Rosenbecker Straße zu Rentenanträgen. "Dabei begegne ich den Menschen persönlich, erlebe ihre Probleme und Schicksale hautnah", erläutert Hauser. Wer ihm bei einem solchen Satz gegenüber sitzt und in die Augen schaut, hat keinen Zweifel: Hier handelt einer aus einem starken inneren Antrieb. Hauser ist Marzahner aus Leidenschaft. "Nirgendwo anders möchte ich wohnen", erklärt er. Ihm gefallen die sanierten Plattenbauten, das viele Grün und auch der Menschenschlag. Er fühlt sich dazugehörig, weiß aber, dass er sich in manchem von seinen Nachbarn unterscheidet. Hauser, in der DDR Außenhandelskaufmann, hat nach der Wende keine lange Arbeitslosigkeit erlebt. Er bewarb sich 1993 bei der Rentenversicherung und wurde eingestellt.

Wo er wohnt, in Marzahn-Nord, gibt es viele Menschen mit "unterbrochenen Erwerbsbiografien", wie es im Bürokratendeutsch heißt. Hinzu kommen die zahlreichen Spätaussiedler und deren russische Ehegatten, die nicht viel von der deutschen Rentenversicherung zu erwarten haben.

Hauser setzt seinen ganzen Ehrgeiz ein, dass die Rentenanträge richtig ausgefüllt werden. Damit ist aus seiner Sicht der Grundstein gelegt, dass die Rente richtig berechnet wird. "Die Rentenpunkte berechnet der Computer, eine Maschine", sagt er. Für Misstrauen in seine Kollegen auf der "anderen Seite", bei der Rentenversicherung, sieht er keinen Anlass.

Es passiert ihm nicht selten, dass ein Klient von der auf Grund des gemeinsam ausgefertigten Antrages errechneten Summe enttäuscht ist, die ihm die Rentenversicherung als monatliche Rente mitteilt. Dann gibt es Szenen. "Das muss ich aushalten", erklärt der ehrenamtliche Rentenberater.

Inzwischen berät er für Kiek in e.V. auch im Kieztreff in Marzahn-West und der Nachbarschaftshilfe für Frauen in Hellersdorf-Nord zu Rentenanträgen.

Beratungstermine in Marzahn, vergibt Kiek in unter 93 66 33 88 und für Hellersdorf unter 998 93 09.

Harald Ritter / hari
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