Bezirksamt geht von natürlicher Ursache aus

Vom Beerenpfuhl ist nur noch eine größere Pfütze erhalten. Ähnlich niedrig ist der Wasserpegel in anderen Teichen und Pfuhlen am östlichen Stadtrand. (Foto: Aßmann)

Marzahn-Hellersdorf. Eine Reihe von Teichen und Pfuhlen haben kaum noch Wasser. Verwaltung und Politiker machen sich deshalb keine Sorgen, wohl aber Anwohner.

Im Beerenpfuhl war Anfang Oktober in der Mitte nur noch ein kläglicher Rest Wasser zu sehen. Ähnlich sieht es im Kreppfuhl aus. Das Gewässer hat in der Mitte etwa eine Tiefe von 40 Zentimetern. Vor Jahren wurden 2,50 Meter gemessen. Auch der Waldowteich in Mahlsdorf ist fast völlig trocken.

Berliner-Woche-Leser Rüdiger Aßmann sieht die gesamte Hönower Weiherkette in Gefahr. "Wir vermuten, dass der Grundwasserpegel durch ein bauliches Ereignis gesenkt worden ist", schreibt der Anwohner der Zerbster Straße. Kürzlich sei erst ein neues Seniorenheim in der Tangermünder Straße eingeweiht worden.

Einen solchen Zusammenhang schließt das Bezirksamt aus. Dagegen spricht die Tatsache, dass nicht nur in der Weiherkette, sondern im gesamten östlichen Stadtrand Teiche und Pfuhle betroffen sind. "Es handelt sich um ein natürliches Ereignis", erklärt Stadtentwicklungsstadtrat Christian Gräff (CDU).

Ähnlich argumentiert Eberhard Rohloff. Der Linken-Verordnete ist Wasserexperte beim Verband deutscher Grundstücknutzer (VDGN). Die meisten Teiche und Pfuhle seien in der letzten Eiszeit entstanden. Sie würden hauptsächlich durch Schmelz- und Regenwasser gespeist. Wenn der Zulauf an Wasser nicht ausreiche, dann fallen sie trocken.

Die Fraktion B’90/Grüne sieht keinen Grund zur Besorgnis. "Die Ursache für das Austrocknen sind die Witterungsverhältnisse", erläutert Nickel von Neumann, Bezirksverordneter der Partei. Andere Gewässer im Bezirk mit Zufluss aus einer Quelle, beispielsweise der Wernersee, seien nicht betroffen. "Trockene Teiche oder Pfuhle sollten aber hin und wieder ausgeschlämmt werden", fordert er.

"Das Trockenfallen der Pfuhle ist vielleicht kein Problem für Naturschützer oder das Bezirksamt, für die Anwohner schon", erklärt Frank Uelze. Er wohnt seit fasst 35 Jahren am Kreppfuhl. Als er sein Haus bezog, konnte er in dem Pfuhl noch baden. "Das ist eine Frage der Lebensqualität", sagt Uelze. Der am Grund verbleibende Schlamm sei kein schöner Anblick.


Harald Ritter / hari
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