Der Bedarf und die Kosten für Hilfen zur Erziehung wächst weiter

Jugendamtsleiter Heiko Tille. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Zahl der problematischen Familien mit schwierigen Kindern wächst weiter. Die Kosten der Betreuung stiegen von 42 Millionen Euro in 2010 auf 63 Millionen Euro in 2014.

Der Bezirk liegt damit einsam an der Spitze im Vergleich aller Berliner Bezirke. "Es gibt immer mehr Eltern, die mit der Erziehung von Kindern einfach nicht zurechtkommen", sagt Jugendamtsleiter Heiko Tille. Die Eltern kämen oft selbst aus schwierigen Familienverhältnissen und hätten den richtigen Umgang mit Kindern einfach nicht gelernt. Aufgrund ihrer Erlebnisse als Kinder hätten sie oft keinen Kontakt zu den eigenen Eltern. Es ständen meist keine Mütter oder Großmütter zur Verfügung, die bei der Kinderbetreuung helfen oder Ratschläge bei der Erziehung geben könnten. Diese Familien konzentrierten sich in den Großsiedlungen von Marzahn und Hellersdorf, etwa in Marzahn-Nord und Hellersdorf-Nord. Neben Problemen bei der Erziehung ihrer Kinder hätten sie meist noch andere Probleme.

In den zurückliegenden Jahren zogen auch mehr hilfebedürftige Familien oder Alleinerziehende mit geringem Einkommen aus dem Stadtzentrum oder Lichtenberg an den östlichen Stadtrand. Vielfach waren die Kinder schon in Heimen, bevor die Eltern in den Bezirk zogen. Allein dadurch stiegen 2014 die Kosten für die Hilfen zur Erziehung um fast vier Millionen Euro.

Die Betreuung von problematischen Familien ist Aufgabe der Regionalen Dienste. 65 Stellen gibt es in dem Bereich. In jedem Ortsteil steht eine Zahl von Betreuern zur Verfügung. Diese gehen in die Familien, prüfen die Betreuungssituation der Kinder, geben bei Bedarf Ratschläge oder vermitteln andere Hilfen. Im äußersten Fall nehmen sie Kinder aus Familien heraus, geben diese zu Pflegefamilien oder in ein Heim zur Kinderbetreuung. Sie sind oft die einzigen Ansprechpartner dieser Familien. Viele dieser Stellen blieben in den zurückliegenden Jahren jedoch unbesetzt. "Wir werden 2015 erstmals wieder die volle Mitarbeiterzahl erreichen", erklärt Familien- und Jugendstadträtin Juliane Witt (Die Linke). Laut den Ankündigungen des Senats zur besseren Personalausstattung der Bezirke könnten bis 2017 vier weitere Stellen hinzukommen.


Harald Ritter / hari
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