Frauensporthalle: Bürgermeister soll Konzept und Kostenplan vorlegen

Marzahn. Der Umbau der Mehrzweckhalle des Freizeitforums zur Frauensporthalle bleibt in der Kritik. Die Linke befürchtet nun Mehrausgaben, die zu Lasten maroder Schulsporthallen gehen.

"Leider hat der Bürgermeister die Bezirksverordnetenversammlung bisher nicht schriftlich über die Kosten für die Frauensporthalle informiert ", sagt Sarah Fingarow, die gleichstellungspolitische Sprecherin der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV). Es sei zudem unklar, wie das Konzept aussieht und welche Räume tatsächlich genutzt werden sollen.

Bislang könne ihre Fraktion nur versuchen, aus Äußerungen von Bürgermeister Stefan Komoß (SPD) Schlussfolgerungen zu ziehen. Da Komoß sich aber widersprüchlich über Sachverhalte geäußert habe, sei dies äußerst schwierig.

Fingarow geht davon aus, dass in diesem Jahr rund 100 000 Euro aus der baulichen Unterhaltung für Schulen und Sporthallen ausgegeben werden. Laut Komoß sind es nur 70 000 Euro. 2015 fließen laut der Linken-Verordneten noch einmal 200 000 Euro aus dem Schul- und Sportstättensanierungsprogramm in den Umbau der Halle, was Komoß auf Anfrage der Berliner Woche bestätigt.

Fingarow bezieht in ihre Rechnung die Kosten für den Umbau von Teilen des ehemaligen Restaurants "Malibu" im FFM ein. Im Lenkungsgremium für die Frauensporthalle habe dies der Bürgermeister so erklärt. Im Schulausschuss, dessen Mitglied sie ist, habe es dann geheißen, die Räume würden vorläufig nur vorgehalten. Zwischen 90 000 und 1,4 Millionen Euro wurden als Kosten genannt. "Wir erwarten vom Bürgermeister, dass er die BVV über die Verwendung von Mitteln unterrichtet, die eigentlich für die Instandhaltung von Schulen und Sportanlagen vorgesehen sind", sagt sie. Es sei nicht nachvollziehbar, dass auch nur ein Euro noch nicht verplant ist, wenn es doch Schulen gibt, die verzweifelt für die Sanierung von Fenstern und Toiletten kämpften.

Die Frauensporthalle sollte im Oktober eröffnet werden. Wegen zusätzlich notwendiger Umbauten wurde der Termin auf Januar 2015 verschoben. Nach dem Umbau erhalten bisherige Nutzer nur noch an zwei Tagen pro Woche Hallenzeiten.


Harald Ritter / hari
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