Heinz Sellheier engagiert sich als Vorleser und Mentor

Heinz Sellheier engagiert sich für Kinder einer Grundschule in Marzahn und für Jugendliche aus Migrantenfamilien in Neukölln. (Foto: hari)

Hellersdorf. Heinz Sellheier engagiert sich in seiner Freizeit für Kinder und Jugendliche. Er hilft Kindern beim Lesen lernen und Jugendlichen, den Weg in eine Ausbildung zu finden.



„Es gibt sehr viele Jugendliche, die es aus den unterschiedlichsten Gründen aus eigener Kraft nicht schaffen, einen Ausbildungsplatz zu finden. Genauso viele Kinder haben Startschwierigkeiten beim Lesen und Lernen“, sagt der 70-jähirge Rentner und versucht der jungen Generation auf unterschiedliche Weise zu helfen.

Einmal pro Woche kommt der Hellersdorfer seit elf Jahren in die Wilhelm-Busch-Grundschule und liest Schulanfängern vor. Seit fünf Jahren betreut er außerdem in Neukölln Migrantenkinder. Er unterstützt sie, einen ordentlichen Schulabschluss zu machen und ihren Weg ins Berufsleben zu finden. Für diese Aktivitäten im Rahmen des Projektes „Hürdenspringer“ wurde er im April von „Sternenfischer“, dem Freiwilligenzentrum Treptow-Köpenick, zum „Stern“ des Monats erklärt. Hiermit würdigt das Projekt der Stiftung Unionshilfswerk Menschen für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement.

Sellheier hatte nach der Berentung gezielt nach einer sinnvollen ehrenamtlichen Aufgabe neben dem Vorlesen an der Grundschule gesucht und stieß auf das Projekt „Hürdenspringer“ des Unionhilfswerks in Neukölln, das Paten für Jugendliche aus sozial benachteiligten Familien sucht. Die Paten sollen ihnen den Weg von der Schule ins Berufsleben erleichtern.

„Mein beruflicher Werdegang hat mich gelehrt, wie wichtig Bildung für ein erfülltes Leben ist“, erklärt Sellheier. Deshalb engagiere er sich in der Bildung von Kindern und Jugendlichen. Er selbst lernte nach dem Schulabschluss zunächst Ofenbauer. Später studierte er und wurde Gewerkschaftsfunktionär, zuständig für Arbeitsrecht. „Die brauchen einen guten Start“, erläutert er. Wenn der gegeben sei, ergebe sich vieles andere später wie von allein.

Als Mentor trifft er sich einmal in der Woche mit einem Jugendlichen. Er gibt Anregungen, versucht, auf die Interessen und Wünsche des jeweiligen Schülers einzugehen und besucht mit ihnen Ausstellungen, Kulturveranstaltungen oder Museen. „Die Eltern selbst interessieren sich nicht dafür, haben kein Geld oder keine Zeit. Da muss jemand einspringen, um ihre schlummernden Fähigkeiten zu wecken“, erzählt er.

Was für Jugendliche mit Migrationshintergrund in Neukölln gelte, beobachte er immer öfter auch in Marzahn. Immer mehr Elternteile seien alleinerziehend, Mütter oder auch Väter wechselten öfter die Partner. In jedem Fall kämen die Kinder oft zu kurz. „Die Probleme soll dann die Schule richten. Die kann es aber nicht, jedenfalls nicht allein“, sagt Sellheier. hari
0
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.