Kontaktstelle gründet eine Selbsthilfegruppe für Amputierte

Melissa Beirau, Fachärztin am UKB, untersucht Harry Conrad regelmäßig und berät ihn, wie er Wunden an seinem amputierten Bein verhindern kann. (Foto: hari)

Marzahn. Die Amputation von Gliedmaßen ist für die Betroffenen allein schon ein Schicksalsschlag. Doch meist folgen noch Jahre danach weitere Verletzungen. Die Folgen sind gravierend.

Deshalb soll in der Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle Marzahn-Hellersdorf eine Selbsthilfegruppe für Amputierte gegründet werden. Die Initiative dazu geht von Harry Conrad aus. 1984 wurde sein Bein amputiert. Bis heute muss er sich regelmäßig in ärztliche Behandlung begeben. An den alten Wunden bilden sich immer wieder Druckstellen. Die regelmäßigen Untersuchungen dienen der Vorsorge.

"Herr Conrad hat alles in allem Glück, weil sein Unfall damals als Arbeitsunfall anerkannt wurde", sagt seine behandelnde Ärztin Melissa Beirau. Sie ist Fachärztin in der Klinik für Unfallchirurgie und Orthopädie am UKB. Die Krankenkasse zahle in seinem Fall erheblich mehr Leistungen als bei Patienten, die eine Amputationsverletzung in der Freizeit erleiden. "Es wäre besser, wenn alle Amputierten regelmäßig einen Facharzt aufsuchen könnten", erklärt sie. "Da ich die Vielzahl von Problemen kenne, denen Amputierte ausgesetzt sein können, rate ich nachdrücklich zur Bildung einer Selbsthilfegruppe im Bezirk", erklärt die Ärztin. Melissa Beirau nimmt daher auch an der Auftaktveranstaltung zur Gründung der Selbsthilfegruppe für Amputierte am Montag, 19. Januar, teil. Gemeinsam mit Dieter Jüptner vom Bundesverband für Menschen mit Arm- und Beinamputation beantwortet sie Fragen. Die Veranstaltung in der Selbsthilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle, Alt-Marzahn 59a, beginnt um 18 Uhr.

Mehr Informationen gibt es unter www.wuhletal.de

Harald Ritter / hari
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