Langzeitarbeitslose gewinnen neuen Lebensmut

Jeannine Lau organisierte den sportlichen Teil des Projekts und leitete in der Gruppe von Langzeitarbeitslosen Übungen mit dem Gymnastikstab an. (Foto: hari)
Berlin: Stadtteilzentrum Mosaik |

Marzahn. Langzeitarbeitslose haben im Stadtteilzentrum Mosaik eine Broschüre über ihre Aktivitäten vorgestellt. Mit Unterstützung des Stadtteilzentrums entwickelten sie ein Programm, ihr Leben gemeinsam besser in den Griff zu bekommen und wieder Freude am Leben zu finden.

Gemeinsam ging die Gruppe von acht Langzeitarbeitslosen auf die Aussichtsplattform „Skywalk“ hoch über der Marzahner Promenade, fuhr zum Sattelfest nach Altlandsberg oder kochte im Stadtteilzentrum. Aus all diesen und weiteren Aktivitäten gestalteten sie eine Broschüre mit dem Titel „Treffpunkt Mosaik - Aktiv dabei sein!“. Die Broschüre stellten sie zum Abschluss des gleichnamigen Projektes im Stadtteilzentrum Ende Juni vor. „Für uns ist das nur ein Zwischenbericht, wir machen weiter und bleiben dran“, sagte Gudrun Benz, Sprecherin der Gruppe.

Das Stadtteilzentrum rief im März vergangenen Jahres Langzeitarbeitslose auf, sich regelmäßig im Mosaik, Altlandsberger Platz 2, zu treffen, über ihre Probleme zu reden und darüber, was sie mit der ihnen zur Verfügung stehenden freien Zeit Sinnvolles anfangen können. Schnell wurde Benz zur Sprecherin und Organisatorin der Kommunikation in der Gruppe.

Die 53-jährige Sekretärin hat seit 2006 keinen sozialversicherungspflichtigen Job mehr. Beschäftigung bekam sie nur durch Arbeitsgelegenheiten des Jobcenters. Anfang vergangenen Jahres erlitt sie einen Nervenzusammenbruch. „Ich war am Ende“, erzählt sie. „Heute geht es mir viel besser.“

Wie Benz übernahmen Mitglieder der Gruppe selbst Verantwortung für die gemeinsamen Aktivitäten. Jeannine Lau beispielsweise organisierte den sportlichen Teil und entdeckte für sich Übungen mit dem Gymnastikstab. „Vorher hatte ich große Probleme mit meiner Gesundheit, besonders mit dem Rücken“, berichtet die 40-Jährige, die seit drei Jahren arbeitslos ist.

„Wir konnten den Langzeitarbeitslosen keine Arbeit, wohl aber Lebensmut vermitteln und der gehört auch zur Gesundheit, ist eine Lebensgrundlage“, sagt Kerstin Moncorps, Gesundheitskoordinatorin beim Bezirksamt. Unter ihrer Regie wurde das Projekt „Gesundheit leben“ an insgesamt drei Stadtteilzentren des Bezirks auf ähnliche Weise umgesetzt.

„Die Ergebnisse zeigen, dass solche Formen der Aktivierung von Langzeitarbeitslosen sinnvoll sind und der Gesellschaft einen Gewinn bringen“, erklärt Tillmann Pfeifer, Leiter der Selbshilfe-, Kontakt- und Beratungsstelle des Bezirks. Gegenwärtig suche der Bezirk nach Wegen, solche Projekte durch die Krankenkassen finanzieren zu lassen. hari
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