Marzahner "Laib und Seele"-Ausgabestelle droht das Aus

Die Ausgabestelle der evangelischen Missionsgemeinde der Berliner Tafel in der Schwarzburger Straße 8 ist eine wichtige soziale Einrichtung im Kiez. (Foto: hari)

Marzahn. Die evangelische Missionsgemeinde Marzahn kann nach einer Mieterhöhung ihre Räume in der Schwarzburger Straße nicht mehr finanzieren. Sie will sie bis Ende 2015 aufgeben. Damit würde auch die Ausgabestelle der Berliner Tafel geschlossen.

Die Finanzierungsprobleme der Gemeinde begannen zum Jahreswechsel. Der Bezirk verkaufte das ehemalige Kita-Gebäude Ende des vergangenen Jahres an die Wohnungsgenossenschaft Felix. Da deren Vertrag ausgelaufen war, verhandelte die Wohnungsgenossenschaft den Mietvertrag mit der Gemeinde neu. Hierdurch erhöhte sich die Miete zum Januar von zuvor rund 1900 auf fast das Doppelte, rund 3400 Euro.

Die Gemeinde versucht die steigenden Kosten aufzufangen, unter anderem indem sie den Beitrag pro Erwachsenen für den Lebensmittelempfang von 1,50 Euro auf zwei Euro erhöhte. Weit über 1000 Familien mit geringem Einkommen aus der Großsiedlung Marzahn bekommen hier gespendete Lebensmittel ausgehändigt. Die Erhöhung und andere Einsparmaßnahmen reichen jedoch nicht aus. "Wir haben Rücklagen in Höhe von rund 20 000 Euro. Diese werden durch die erhöhte Miete jedoch Ende dieses Jahres aufgebraucht sein", sagt Pfarrer Kirsten Schröter. Die Gemeinde könne sich die Räume in der Schwarzburger Straße 8 nur noch maximal bis Ende 2015 leisten. Die Suche nach neuen Räumen verlief bislang erfolglos.

Die Wohnungsgenossenschaft will mit ihrer Geschäftsstelle in das Gebäude einziehen und eine Begegnungsstätte für ihre Mieter einrichten. "Es wäre schade, wenn die Ausgabestelle von Laib und Seele schließen müsste. Wir sehen den Bedarf", sagt Roland Kirchhof, Vorstand der "Felix". Die Miete sei ortsüblich und angemessen. Allerdings könne die Missionsgemeinde durchaus die Mietfläche verringern, um Kosten zu sparen, sagt Kirchhoff.

Weder sich zu verkleinern und die Räume für "Laib und Seele" an die Wohnungsgenossenschaft zurückzugeben noch eine Erhöhung des Beitrages pro Lebensmittelempfang beispielsweise auf drei Euro kommt dagegen für die Missionsgemeinde infrage. "Beides kann ich mir nicht vorstellen", erklärt Pfarrer Schröter.

Dagmar Pohle (Die Linke), Stadträtin für Gesundheit und Soziales, will beide Parteien noch einmal an einen Tisch bringen, um über die Miethöhe erneut zu verhandeln. Am 3. Juli tagt regulär der Vorstand der Kirchengemeinde. Bei dem Termin soll eine Entscheidung gefällt werden, ob und wie es an dem Standort Schwarzburger Straße weitergeht.

Mehr Informationen unter www.selk-marzahn.de.

Harald Ritter / hari
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