Masernepidemie: Marzahn-Hellersdorf hat eine Impfquote von 90 Prozent

Die Lomonossow-Schule war wegen der Erkrankung eines Schülers an Masern kurzzeitig geschlossen. Inzwischen läuft der Schulbetrieb wieder. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Lomonossow-Grundschule ist wieder geöffnet. Von einer allgemeinen Entwarnung in puncto Masern in Berlin kann jedoch nicht die Rede sein.

Die Lomonossow-Grundschule wurde am Freitag, 26. Februar, wegen einer Masernerkrankung geschlossen. Es bestand die Gefahr, dass sich weitere Menschen anstecken. Die deutsch-russische Privatschule konnte aber schon nach dem Wochenende wieder öffnen. In der Zwischenzeit wurden aufwendige Ermittlungen durch das Gesundheitsamt durchgeführt, um die Kontaktpersonen herauszufinden und den jeweiligen Immunstatus festzustellen. Danach gab es grünes Licht für die Wiederaufnahme des Schulbetriebs.

Die ersten Masernfälle im Bezirk sind im vergangenen Jahr bei Asylbewerbern aufgetreten. Sie hatten keinen Impfschutz, hatten sich aber in Berlin angesteckt. Im November und Dezember fand eine Impfaktion des Gesundheitsamtes in zwei Einrichtungen für Asylbewerber statt. Über 500 Menschen wurden geimpft.

Die Kinder des Bezirks sind vor Masern sehr gut geschützt. Die Durchimpfungsrate lag bei den Einschulungsuntersuchungen 2013/14 in Marzahn-Mitte bei 89 Prozent, in allen anderen Stadtteilen des Bezirkes bei über 93 Prozent. Das ist die höchste Durchimpfungsquote in ganz Berlin.

Eine Übersicht über die Impfquoten bei Erwachsenen gibt es nicht. Wer keinen Impfausweis hat, kann durch eine Blutentnahme beim Arzt feststellen lassen, ob ein Schutz gegen Masern vorliegt. "Wer noch nicht geimpft ist und keine Masern hatte, der sollte sich beim Hausarzt zur Impfung beraten lassen", sagt Amtsärztin Martina Hänel.

Die ersten Anzeichen einer Erkrankung ähneln einer Erkältung oder Grippe. Die ersten sicheren Zeichen, die auf Masern hindeuten, sind ein Hautausschlag mit Bindehautentzündung und ein Ausschlag im Mund. Der Hautausschlag ist großflächig, beginnt hinter den Ohren und breitet sich innerhalb von 24 Stunden über den ganzen Körper aus.

Bei diesen Anzeichen für Masern sollte unbedingt ein Arzt oder außerhalb der Sprechzeiten eine Rettungsstelle aufgesucht werden. "Allerdings sollten Arzt oder Rettungsstelle unbedingt vorher informiert werden. So kann das Risiko von Ansteckung im Warteraum vermieden werden", erklärt Amtsärztin Hänel.

Mehr Infos beim Gesundheitsamt, Janusz-Korczak-Straße 32, unter 902 93 36 39.

Harald Ritter / hari
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