Rabatte für die IGA: Linke fordert Ermäßigungen für Anwohner

Während der IGA werden die Parkplätze knapp. Vermieter wie die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort haben für ihre Mieter kostenpflichtige Parkplätze eingerichtet und durch Schranken gesichert. (Foto: hari)

Marzahn-Hellersdorf. Die Fraktionen in der Bezirksverordnetenversammlung fordern Rabatte für Bewohner des Bezirks während der IGA 2017. Der Veranstalter winkte sogleich ab und verweist auf die bereits sozial gestaffelten Eintrittspreise.

Der umweltpolitische Sprecher der Linken in der Bezirksverordnetenversammlung, Frank Beiersdorf, hatte die Idee einer Rabattierung in einer Presseerklärung aufgeworfen. Die IGA 2017 GmbH solle den Bewohnern des Bezirks Ermäßigungen für den Zutritt zur IGA und deren Veranstaltungen geben.

Beiersdorff begründete seinen Vorschlag mit der schlechten sozialen Lage eines Teils der Bevölkerung im Bezirk. „Die IGA sollte für alle sein und nicht nur für die, die sie sich leisten können“, sagt er. Auch er sehe in der IGA eine Chance für Marzahn-Hellersdorf. Die Großveranstaltung belaste aber auch viele Menschen im Bezirk, etwa durch massenhaft parkende Besucher in den umliegenden Gebieten der Großsiedlungen. Er schlägt vor, über die Vermieter ermäßigte Kartenangebote für Mieter der Häuser in den anliegenden Wohngebieten zu machen.

Denn offizielle IGA-Parkplätze nahe der Eingänge zur Gartenausstellung wird es von April bis Oktober es nicht. Autofahrer werden zum Großparkplatz an der L33 gelenkt und sollen dort in IGA-Shuttles umsteigen. Der Großteil der Besucher soll dagegen mit öffentlichen Nahverkehrsmitteln bis zum U-Bahnhof „Gärten der Welt“ an der Neuen Grottkauer Straße fahren. Ob das so funktioniert, ist nach bisherigen Erfahrungen mit Großveranstaltungen fraglich.

„Es wäre gut, den Anwohnern eine Kompensation im Zusammenhang mit möglichen Problemen durch die IGA zu bieten“, sagt Ulrich Brettin, Vorsitzender SPD-Fraktion in der BVV. Auch CDU-Fraktionschef Alexander J. Herrmann ist für eine Prüfung der Idee der Linkspartei. „Das sollte aber erst einmal im Umweltausschuss konkret besprochen und diskutiert werden“, sagt er.

Ziemlich überrascht von dem Vorstoß zeigte sich Katharina Lohmann, Geschäftsführerin der IGA 2017 GmbH, auf Nachfrage der Berliner Woche. Die IGA-Gesellschaft habe ein Konzept zur Gestaltung der Eintrittspreise entwickelt, dass soziale Belange stark berücksichtige. Das gelte schon für die normale Tages- und Dauerkarten. Mit 20 und 90 Euro lägen diese im unteren Bereich dessen, was Besucher sonst bei vergleichbaren Veranstaltungen bezahlen. Außerdem gebe es Rabatte beispielsweise für Schüler und behinderte Menschen.

Wer eine Jahreskarte der Grün Berlin GmbH besitze, der brauche für eine IGA-Dauerkarte lediglich 50 Euro zu bezahlen. Viele Anwohner hätten eine solche Jahreskarte und nutzten diese für häufige Besuche der Gärten der Welt. Wer eine Dauerkarte zum Preis von 45 Euro für den Abend kaufe, könne täglich die IGA ab 17 Uhr besuchen und das die ganzen sechs Monate der Internationalen Gartenausstellung. Das wären 7,50 Euro pro Monat. hari
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