Turmfalken bekommen an Strommasten in der Wuhletalstraße neue Nistkästen

Der alte Nistkasten wird von Mitarbeitern des Energienetzbetreibers "50 Hertz" in 25 Meter Höhe abgebaut und durch einen neuen aus einer Holz-Beton-Mischung ersetzt. (Foto: hari)

Marzahn. Mitarbeiter des Naturschutzbundes (Nabu) und des Energienetzbetreibers "50 Hertz" arbeiten beim Artenschutz Hand in Hand. Sie brachten an Strommasten an der Wuhletalstraße zwei neue Nistkästen für Turmfalken an.

Diese Unterstützung ist für die Greifvögel wichtig. Während der zurückliegenden Jahrzehnte wurden in Großstädten wie Berlin immer mehr Schlupflöcher zum Nestbau an Kirchtürmen oder Hochhäusern dichtgemacht. Hierdurch soll das Einnisten von Vögeln wie Tauben oder auch das Entweichen von Energie verhindert werden.

Als Alternative entwickelte der Nabu Berlin ein Programm, um den Falken neue Nistmöglichkeiten zu bieten. Hierzu gehören sieben Nistkästen auf Strommasten zwischen den Ahrensfelder Bergen und dem Hellersdorfer Weg.

"Die Nistkästen werden von den Vögeln regelmäßig besetzt", sagt Stefan Materna, Vogelschutzbeauftragter des Nabu. Er kümmert sich auch um die Turmfalken in Marzahn. "Besonders im Grünzug zwischen Wuhle und Ahrensfelder Chaussee finden die Vögel viele Beutetiere, können sich und ihre Brut anständig ernähren", erläutert er.

Turmfalken sind sesshafte Vögel, die meist an einem Standort und in dessen Umkreis von lediglich zwei bis drei Kilometern bleiben. Ihre Beute sind meist Mäuse, aber auch Insekten und kleinere Vögel. "Wir sorgen gemeinsam dafür, dass die Turmfalken an diesem Standort bleiben, die Natur im Gleichgewicht halten und Spaziergänger mit ihrem Flug erfreuen können", erklärt Materna.

Hölzerne Nistkästen gibt es an den Strommasten seit 1998. Wind und Wetter haben das Material angegriffen. Deshalb wurden diese Kästen durch neue Kästen aus einer Holz-Beton-Mischung ersetzt.

Die neuen Kästen sind schwerer als die alten. Sie wiegen etwa 13 Kilogramm und befinden sich daher in einem extra angefertigten Gestell. Für die Mitarbeiter von "50 Hertz" war das Anbringen der Kästen an den Strommasten in Höhe von 25 Metern eine anstrengende Arbeit. Die Strommasten sind in etwa nochmal so hoch. "Wir haben die Mitte gewählt, damit die Vögel nicht durch die Leitungen gefährdet werden, aber auch keinen Schaden anrichten können", erläutert Wolfgang Sidorf, Leiter des Regionalzentrums Mitte des Energienetzbetreibers.

Die Balz der Turmfalken hat begonnen. Ende April legen die Weibchen ihre Eier. Die Aufzucht der Brut dauert insgesamt etwa drei Monate. Die Jungvögel aus den neuen Nistkästen werden erstmals im Juni oder Juli über dem Wuhletal oder Seelgrabental zu sehen sein.


Harald Ritter / hari
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