Mahlsdorferin startete für Palästina beim WM-Marathon

Mayada al Sayad wurde auch in Peking von ihrem VfL-Trainer Tobias Singer betreut. (Foto: hari)

Marzahn. Die Teilnahme an den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking war für Mayada Al Sayad der bisherige Höhepunkt ihrer sportlichen Laufbahn. Noch voll von Eindrücken aus Peking visiert die 22-jährige Mahlsdorferin schon neue Ziele an.

Das ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen im kommenden Jahr in Rio de Janeiro. Auch dort will Mayada Al Sayad wieder für das Heimatland ihres Vaters, Palästina, antreten. Entscheidend ist für sie dabei nicht die Platzierung, sondern, beim größten Sportwettkampf auf unserem Planeten mit dabei zu sein.

Da spielt es kaum eine Rolle, dass die Sportlerin des VfL Fortuna Marzahn in Peking keinen der vorderen Plätze belegte. Sie erreichte von 65 Marathon-Läuferinnen aus aller Welt am Sonntag, 30. August, nach zwei Stunden, 53 Minuten und 39 Sekunden als fünfzigste das Ziel. „Auch für uns als relativ kleinen Sportverein ist es einfach eine Ehre, eine Sportlerin bei solch großen Wettkämpfen mit dabei zu haben“, sagt VfL- Geschäftsführer Hans-Jürgen Stephan.

Der Vater von Mayada al Sayad ist Palästinenser, ihre Mutter eine Deutsche. Die Tochter hat den Beruf des Vaters gelernt, sie ist Zahntechnikerin und arbeitet in dessen Praxis. Gegenwärtig ist sie die leistungsstärkste Langstreckenläuferin beim VfL Fortuna.

Weil sie eine doppelte Staatsbürgerschaft besitzt konnte die Mahlsdorferin in Peking für Palästina antreten. Zur Wahrheit gehört, dass der Deutsche Leichtathletikverband sie nicht für Peking nominiert hätte. Die VfL-Sportlerin erfüllt nicht die Verbandsnorm, wie im übrigen momentan keine deutsche Sportlerin. Wenn keine Medaillen winken, lassen die deutschen Sportfunktionäre die internationalen Startplätze lieber unbesetzt.

Mayada al Sayad ist aber die internationale Mindestzeit bereits gelaufen. Der kleine und junge Staat Palästina kann es sich nicht leisten, so wählerisch wie die deutschen Sportfunktionäre zu sein. „Wenn ich die Wahl gehabt hätte, wäre ich trotzdem für Palästina gelaufen“, erklärt Sayad. Das sei sie dem geschundenen Heimatland ihres Vaters schuldig. hari
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