Sorgenkind Freizeitforum: Bezirksamt will neues Vermarktungskonzept erstellen

(Foto: hari)
Berlin: Freizeitforum Marzahn |

Marzahn. Das Freizeitforum ist beliebt, doch es schreibt seit Jahren rote Zahlen. Das Bezirksamt will deshalb ein neues Vermarktungskonzept erarbeiten lassen.

Seit September ist der Bürgermeister und Sportstadtrat Stefan Komoß (SPD) für das Freizeitforum zuständig. Den Zuständigkeitswechsel beschloss das Bezirksamt, weil mittlerweile über die Hälfte des Angebots des Hauses aus sportlichen Aktivitäten besteht.

Ende März legte Komoß dem Bezirksamt einen Bericht zur Situation des Freizeitforums vor. Das niederschmetternde Fazit: Das FFM ist weiterhin notorisch defizitär. Seit 2004, als die Kosten-Leistungsrechnung in der Berliner Verwaltung eingeführt wurde, brachte es Jahr um Jahr dem Bezirksamt ein Minus von mehreren Hunderttausend Euro ein. Dieses musste aus den jährlichen Haushalten des Bezirks beglichen werden. Insgesamt ist ein Minus von 5,6 Millionen Euro aufgelaufen.

Die Gründe hierfür sind vielfältig. Die von Komoß detailliert in dem Bericht vorgerechnete zu geringe Auslastung der Mehrzweckhalle in der Vergangenheit ist dabei noch einer der Posten, die am geringsten in die Waagschale fallen. Es gibt nach wie vor etliche Räume, die gar nicht genutzt werden oder genutzt werden könnten, sodass mögliche Einnahmen entfallen.

Das Haus ist außerdem zu verschachtelt gebaut und die riesigen Foyers in beiden Etagen lassen sich nur schwer gewinnbringend vermarkten. Insgesamt sind die Nebenkosten, insbesondere die Heizkosten, viel zu hoch. Das Haus wurde während der zurückliegenden Jahre für acht Millionen Euro brandschutztechnisch aufgerüstet. Das war die Grundbedingung für den Bezirk, das FFM überhaupt weiter betreiben zu können. Für teure Umbauten oder andere Investitionen stand in den zurückliegenden Jahren kaum Geld zur Verfügung.

Angesichts der Belastung für den Bezirkshaushalt durch das FFM sieht Komoß jedoch großen Handlungsbedarf. Er will bis Ende dieses Jahres ein neues Vermarktungskonzept erstellen lassen. "Als Eigentümer müssen wir das in die Hand nehmen", erklärt er. Aus seinem Bericht geht auch hervor, dass künftiges Einsparen bei den Subventionen für das FFM für den Bezirk auch Investitionen bedeuten könnten. Das Haus bedürfte dringend einer energetischen Sanierung.


Harald Ritter / hari
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