Anwohner kämpfen um Fußweg zur Allee der Kosmonauten

Ein Bauzaun versperrt den Fußgängern an den Einfamilienhäusern den Weg von der Schragenfeldstraße zur Allee der Kosmonauten. (Foto: hari)

Marzahn. Die Menschen im Wohngebiet an der Schragenfeldstraße sind sauer. Seit Anfang Mai versperrt ein Bauzaun den Fußweg zur Allee der Kosmonauten und das benachbarte Wohngebiet.

„Wir waren an den Durchgang gewöhnt. Es gab ihn seit den 1970er-Jahren“, erzählt Stefanie Jeschke. Die Marzahnerin ist hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Über den Fußweg erreichten die Anwohner jahrzehntelang auf kürzestem Weg die Straßenbahnhaltestelle an der Allee der Kosmonauten und das Wohngebiet auf der anderen Seite der vierspurigen Straße.

Allerdings befand sich der Weg über dem Grundstück einer Schule. Nachdem diese abgerissen worden war, ging es vom Vermögen des Bezirksamtes an den Berliner Liegenschaftsfonds über. Ein Investor kaufte es mit weiteren Grundstücken 2015 und parzellierte sie gemeinsam für den Eigenheimbau.

Der ehemalige Fußweg verfiel, die Reste der Seitenbefestigungen wurden abgerissen. Die Anwohner nutzten zuletzt ausgetretene Trampelpfade – bis Anfang Mai ein Bauzaun auch dies unmöglich machte. „Die Privatisierung ist eine Unverschämtheit und geschah über die Köpfe der Anwohner hinweg“, sagt die Anwohnerin.

Auf Nachfrage der Berliner Woche erklärte Verkehrsstadtrat Johannes Martin (CDU): „Der Weg war niemals ein im rechtlichen Sinne öffentlicher Weg.“ Dass er auf Straßenkarten markiert gewesen sei, ändere an dieser Tatsache nichts. Als das Grundstück an den Liegenschaftsfonds übertragen wurde, habe die Verwaltung eben aus diesem Grund keinen Anlass gehabt, den Verkauf zu stoppen.

Die Anwohner wollen indes den Durchgang zurück. Im vergangenen Jahr bereits forderten sie das Bezirksamt zum Handeln auf. „Wir haben darauf reagiert und uns bemüht, die Fläche vom neuen Eigentümer zurückzukaufen“, beteuert Johannes Martin. Allerdings habe dieser daran kein Interesse.

Dennoch gibt es Hoffnung, dass die Anwohner auf andere Art zu einem Durchgang kommen. Bei einem Vororttermin stellte Martin eine Idee vor, entlang der benachbarten Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung „Treibhaus“ einen Fußweg anzulegen. Das Jugendamt habe er um Stellungnahme gebeten. Martin: „Wenn die Antwort positiv ist, werden wir den neuen Weg in die Planungen nehmen.“ hari
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