Bürger im Bezirk klagen über deutliche Zunahme an Überflügen

Marzahn-Hellersdorf. Der Bezirk ist vom wachsenden Flugverkehr über der Hauptstadt betroffen. eine Entlastung wird wohl erst die Inbetriebnahme des BER bringen.

Immer mehr Bürger klagen über eine zunehmende Zahl an Flugbewegungen über ihren Köpfen. Dabei entsteht nicht selten der Eindruck, dass die Piloten tiefer fliegen als erlaubt oder zumindest als bisher gewohnt. Diese Eindrücke täuschen nicht.

Die deutsche Flugsicherung hat tatsächlich gegenüber dem Bezirksamt bestätigt, dass zunehmend Maschinen über Marzahn, Kaulsdorf und Mahlsdorf fliegen. Die Piloten dürften dabei eine Flughöhe zwischen 1000 bis 1700 Metern einnehmen.

Besonders Tegel verzeichnet steigende Passagierzahlen. Im Januar starteten und landeten in Tegel rund 1,3 Millionen Fluggäste. Das waren fast zehn Prozent mehr als im Januar 2013. Über 12 700 Starts und Landungen gab es im Januar auf dem Airport. Das waren fast fünf Prozent mehr als im Januar vergangenen Jahres.

Marzahn wurde laut Archiv des Flugroutenradars der Berliner Morgenpost von März 2012 bis März 2013 insgesamt 13 000 Mal überflogen. In Kaulsdorf waren es im gleichen Zeitraum 8243 Überflüge und in Mahlsdorf 17 649.

Über Marzahn flogen beispielsweise am Freitag, 8. April, dieses Jahres insgesamt 14 Flugzeuge, 13 davon von oder nach Tegel. Elf davon unterschritten eine Flughöhe von 1500 Metern deutlich. Am selben Tag wurden für Kaulsdorf 33 Flüge verzeichnet, wovon ein Drittel unter 1500 Metern bleib. Von den 23 Flügen über Mahlsdorf unterschritt an dem Tag rund 80 Prozent der Flugzeuge diese Höhe. Mit einer Lautstärke um die 60 Dezibel war der Fluglärm deutlich hörbar.

Laut Auskunft der Flugsicherung versuche man bereits die Flüge über Berlin so breit wie möglich zu verteilen. Eine wirkliche Entlastung bringe aber erst die Inbetriebnahme des BER. "Es wird zu überprüfen sein, inwieweit bei Abweichungen in der Flugrichtung und in der Flughöhe nicht allein Fluchsicherheitsgründe, sondern auch wirtschaftliche Interessen eine Rolle spielen", sagt der SPD-Abgeordnete Sven Kohlmeier. Er hat Einsichtnahme in die Akten der Flugsicherung verlangt.


Harald Ritter / hari
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