In den Großsiedlungen werden die Parkplätze knapp

Marcel Voslar sucht oft vergeblich nach einem freien Parkplatz in der Bärensteinstraße. (Foto: hari)

Marzahn. Das Parken wird in den Großsiedlungen immer mehr zu einem Problem. Vermieter bieten ihren Mietern zunehmend kostenpflichtige Parkplätze an und verschärfen damit den Druck auf die verbliebenen öffentlichen Parkplätze.

An der Bärensteinstraße reichen die Parkplätze vor den Häusern der Wohnungsgenossenschaft Horizont nicht aus. Ein Ausweichen auf freie Stellplätze in der Nachbarschaft ist nicht möglich. „Die anderen Vermieter ringsum machen ihre öffentlichen Parkflächen zu privaten Parkplätzen“, sagt Anwohner Marcel Voslar.

Bereits im vergangenen Jahr verschloss die Wohnungsgenossenschaft Friedenshort ihre Flächen entlang des Blumberger Damms mit Schranken. Dort kommen Autofahrer nur noch hinein, wenn sie eine Karte haben. Anfang November dieses Jahres wandelte die Deutsche Wohnen AG ihre Parkflächen an ihren Hochhäusern am Blumberger Damm in Parkplätze ausschließlich für ihre Mieter um. Da die Parkplätze dennoch nicht für alle reichten, wurden sie an die Mieter per Losverfahren vergeben.

Die Horizont kann ihren Mietern keine Parkplätze anbieten, auch nicht kostenpflichtig. „Wir besitzen keine Flächen“, sagt Jürgen Kroboth, Vorstand der Wohnungsgenossenschaft. Denn bei der Privatisierung von Häusern in den Großsiedlungen in den 1990er-Jahren gab sich der Senat zwar großzügig und viele Vermieter erhielten neben dem eingentlichen Grundstück öffentliche Flächen. So entledigte sich das Land Berlin der Kosten für die Pflege dieser Flächen. Wegen der unterschiedlichen Zuschnitte der Grundstücke in den Großsiedlungen ist der Segen allerdings ungleich verteilt.

Der vom Senat ankündigte Neubau von Wohnungen wird die Knappheit noch verschärfen. Die im Juli in Kraft gesetzte neue Bauordnung des Landes Berlin verlangt auch nicht mehr, dass Investoren vor ihren Häusern öffentlich Parkplätze anlegen. „Da muss auf Landesebene nachjustiert werden“, erklärt der neue Wirtschaftsstadtrat Johannes Martin (CDU), zuständig auch für die Straßen im Bezirk. Bei Wohnungsbauvorhaben sollte der Bezirk die Bauherren drängen, auch öffentliche Parkplätze zu schaffen. hari
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