Alte Börse Gmbh klagt über Personalnot

Der Alte Börse Marzahn-Geschäftsführer Peter Kenzelmann hat weder für das Restaurant noch für die Küche genügend Personal. (Foto: hari)

Marzahn. Unternehmer haben es derzeit schwer, an geeignetes Personal zu kommen. Das kann Entwicklungen erheblich behindern wie das Beispiel der "Alten Börse" zeigt.

Die Alte Börse Marzahn GmbH betreibt seit 2014 das Gelände des ehemaligen Magerviehhofs. Kern des Geschäfts ist die Alte Börse als Veranstaltungsort mit eigener Brauerei und Restaurant. Die Geschäfte liefen gut an. Geschäftsführer Peter Kenzelmann hat aus den vernachlässigten Gewerbestandort mit Leben gefüllt. Künstlerwerkstätten entstanden und die Berliner Party-Szene trifft sich hier. Immer mehr Büros werden vermietet.

Nur der Restaurantbetrieb bereitet Kenzelmann Sorgen. Er findet weder einen geeigneten Betreiber und auch nicht ausreichend Personal.

Die Entwicklung des Geländes leidet darunter. Die Braustube hat nur am Wochenende geöffnet. Termine für Veranstaltungen, Konferenzen und Hochzeiten im Saal der Alten Börse mussten reihenweise abgelehnt werden. Auch das Mittagessenangebot für die Mitarbeiter von Firmen auf dem Gelände wurde gestrichen.

Seit Monaten versucht der Geschäftsführer vergeblich, einen Pächter für das Restaurant zu finden. "Die Bewerber schauen sich den Standort an, runzeln die Stirn und verschwinden wieder", erzählt er. Möglicherweise bringen Profis aus dem Gastgewerbe mit Blick auf das Restaurant nicht die Fantasie auf, die Kenzelmann hatte als er den Magerviehhof zu neuem Leben erweckte.

Er hat sogar schon mit dem Gedanken gespielt, die Gastronomie ganz aufzugeben. Das geht aber nicht, weil ein vernünftiges gastronomisches Angebot auch für die anderen Geschäftsfelder unabdingbar ist. Zwei Ganztagskräften und zwei Teilzeitkräften halten daher den Notbetrieb aufrecht.

Dabei bietet Kenzelmann einem möglichen Pächter günstige Konditionen an, bis zu einer umsatzabhängigen Pacht. Und das Gaststättenpersonal wird gut bezahlt, schon lange über dem Mindestlohn.

Aber auch Fachkräfte aus dem Gastgewerbe lockt das Jobangebot nicht. Kenzelmann führte in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Gespräche mit Bewerbern. Er ließ sich auch langzeitarbeitslose Kellner, Köche und Tresenkräfte vom Jobcenter schicken. Am Ende wollten sie jedoch nur seine Unterschrift unter der Bescheinung, dass der oder die Arbeitslose sich bei ihm gemeldet hatten. So macht Kenzelmann weiter im Notbetrieb und mit der Suche nach Personal.


Harald Ritter / hari
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