Firmen im Bezirk profitieren immer seltener von öffentlichen Investitionen

Marzahn-Hellersdorf. Das Bezirksamt hat im vergangenen Jahr mehr Aufträge ausschreiben können als in den Jahren zuvor. Firmen aus dem Bezirk profitierten jedoch nicht davon.

Das Bezirksamt hatte 2014 für Investitionen rund 70 Millionen Euro zur Verfügung. 2013 waren es nur knapp 67 Millionen Euro. Im Vergleichszeitraum sank indes der Wert von öffentlichen Aufträgen des Bezirksamtes an Firmen aus Marzahn-Hellersdorf von rund 18,8 Millionen Euro auf 15 Millionen Euro.

Gingen im Jahr 2013 noch insgesamt knapp 3500 Aufträge an Firmen aus dem Bezirk, waren das im vergangenen Jahr nur noch knapp 3000. Dies geht aus dem Vergabebericht des Bezirksamtes für 2014 hervor.

Laut Wirtschaftsstadtrat Christian Gräff (CDU) liegt der Rückgang am Vergabeverfahren. Die Zahl der Aufträge, die europaweit ausgeschrieben werden müssen, ist gestiegen. Aufträge von über 52 Millionen Euro musste das Bezirksamt 2014 allein auf diesem Wege vergeben. Hier ist nicht nur die Konkurrenz besonders groß. Auch die Bedingungen zur Erfüllung von Verträgen oft besonders kompliziert.

Nur etwa 7,2 Millionen Euro durfte das Bezirksamt "beschränkt" ausschreiben und rund 10,2 Millionen Euro "frei" vergeben. An dieser Summe hatten Firmen aus dem Bezirk einen besonders hohen Anteil mit 30 Prozent.

Um Firmen aus dem Bezirk bestmöglich über öffentliche Aufträge auf dem Laufenden zu halten, nutzt das Bezirksamt den jährlich stattfindenden Unternehmertreff. Dabei informiert der Wirtschaftsstadtrat über Vorhaben des Bezirksamtes. Zudem gibt das Wirtschaftsamt einmal im Jahr eine Vergabebroschüre heraus. Diese Hilfen laufen jedoch zumeist ins Leere, weil es in Marzahn-Hellersdorf nur wenige große und sehr viele kleine Firmen gibt.

"Gerade kleine Firmen haben es schwer, sich über die Vergabe von Aufträgen der öffentlichen Hand auf dem Laufenden zu halten", erklärt Klaus Teichmann, Geschäftsführer des Marzahn-Hellersdorfer Wirtschaftskreises. "Vielen Firmen sind aber auch die Bedingungen der Vergabe öffentlicher Aufträge viel zu kompliziert. Sie nehmen daher lieber Aufträge aus der privaten Wirtschaft an."


Harald Ritter / hari
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