Gewerbetreibende schätzen die Ringkolonnaden trotz ihrer Standortnachteile

Die Gewerbetreibenden fühlen sich in den Ringkolonnaden wohl. Sie bemängeln jedoch den hohen Leerstand. (Foto: hari)

Marzahn. Die nördlichen Ringkolonnaden sind alles andere als ein Aushängeschild für die Geschäftsmeile in der Mehrower Allee. Viele Räume stehen leer und der Komplex wirkt unansehnlich.

Trotzdem sind die Kolonnaden ein interessanter Standort für Geschäfte. "Wir haben hier viel Laufkundschaft, vor allem aus dem Gebiet um die Lea-Grundig-Straße", sagt Frank Thier. Er betreibt seit rund 20 Jahren ein Reisebüro. Die Geschäfte laufen gut. Es gibt im Erdgeschoss neben Thiers Reisebüro unter anderem ein Café und einen Schlüsseldienst, die Gewerkschaft Ver.di hat ein Beratungsbüro und demnächst will eine Physiotherapie öffnen.

Nur das Erscheinungsbild der Ringkolonnaden, geprägt vom hohen Leerstand, trübt die Laune der Gewerbetreibenden. Nur knapp 20 Prozent von rund 4400 Quadratmetern Gewerbefläche sind vermietet.

So finden sich keine Interessenten für die ehemaligen Räume des Kulturzentrums und der Bankfiliale. Seit rund fünf Jahren stehen sie leer. Besonders das Kulturzentrum, das sich über mehrere Etagen erstreckte, verleiht den Ringkolonnaden den Charme eines leblosen Gebäudes.

Gründe für den Leerstand sind eine veraltete Haustechnik und eine ungünstige Aufteilung der Räume. Es gibt zu wenige Sanitäranlagen und Behinderte können das Obergeschoss nicht erreichen.

Die nördlichen Ringkolonnaden sind das Überbleibsel eines Doppelkomplexes aus den 80er-Jahren. Er sollte die Geschäfts- und Kulturmeile in der Plattenbausiedlung bilden. Der südliche Teil wurde 2010 abgerissen. Ihr nördlicher Teil bildet, inzwischen mit freiem Blick auf den Bürgerpark, den wenig attraktiven Abschluss.

Bisher war die Suche des Bezirksamtes nach einem Mieter für das Kulturzentrum und die Bankfiliale erfolglos. Anfang 2014 übernahm der Liegenschaftsfonds des Landes Berlin die Verwaltung des Hauses. Getan hat sich bisher nichts. Eine Sanierung des Gebäudes stehe nicht auf der Tagesordnung, allenfalls Instandsetzungsarbeiten in einzelnen Räumen. "Im Rahmen der Gespräche mit den Mietinteressenten prüfen wir, welche Instandsetzungsarbeiten notwendig sind", erklärt Pressesprecherin Marlies Masche.


Harald Ritter / hari
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