Jobcenter mit Spitzenquote bei Vermittlung von Alleinerziehenden

Ute Trautmann nutzt ihre Kontakte im Bezirk, um als Beauftrage für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt besonders Alleinerziehende bei der Jobsuche zu unterstützen. (Foto: hari)
Berlin: Jobcenter Marzahn-Hellersdorf |

Im Berliner Vergleich leben im Bezirk die meisten Alleinerziehenden. Entsprechend groß ist ihr bei den Arbeitsuchenden. Das Jobcenter kümmert sich in besonderer Weise um diese Langzeitarbeitslosen und ist damit erfolgreich.

Alleinerziehende haben es auf dem Arbeitsmarkt besonders schwer. Viele Arbeitgeber laden sie nicht einmal zu Bewerbungsgesprächen ein, sobald sie aus den Bewerbungsunterlagen ersehen, dass die Bewerberin oder der Bewerber alleinerziehende Mutter oder alleinerziehender Vater ist. Sie fürchten Ausfälle, insbesondere durch Erkrankungen von Kindern.

Deshalb müssen Alleinerziehende besondere Anstrengungen unternehmen, um eine Arbeitsstelle zu bekommen. Sie werden vom Jobcenter in besonderer Weise unterstützt und beraten. Mit 22,4 Prozent ist die Erfolgsquote des Jobcenters Marzahn-Hellersdorf bei der Vermittlung in Berlin am höchsten.

Von den gemeldeten Langzeitarbeitslosen war Ende 2017 jeder sechste alleinerziehend. Das waren rund 1324 Personen, der weitaus größte Teil Frauen, nur 101 Männer. Neben Kindern stellt mangelnde Qualifizierung ein großes Vermittlungsproblem dar. Zwei von drei Langzeitarbeitslosen im Bezirk haben keine abgeschlossene Berufsausbildung.

Uta Trautmann kümmert sich im Jobcenter in besonderer Weise um alleinerziehende Langzeitarbeitslose. Sie ist in der Behörde die Beauftrage für Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt. „Arbeitslosigkeit drückt auf das Selbstwertgefühl. Das gilt besonders für ältere Arbeitssuchende. Hier hilft individuelles, persönliches Coaching“, sagt sie.

Trautmann hat während der zurückliegenden Jahre ein Netzwerk zu Ämtern, Vereinen und Initiativen im Bezirk aufgebaut. Diese Kontakte nutzt sie, um Alleinerziehenden mit ihren jeweils spezifischen Problemen zu helfen. Das kann ein fehlender Kita- oder Hortplatz sein, Schulden, gesundheitliche Probleme bei den Vätern und Müttern oder deren Kindern sein oder ein besonders schwerer Fall von Pubertät bei einem Kind mit den dazugehörigen familiären Problemen.

Wenn solche Probleme geklärt oder gelöst sind, kann gemeinsam über mögliche berufliche Perspektiven nachgedacht werden. Damit ist meist verbunden die Suche nach einer Ausbildung, Weiterbildung oder Umschulung. Parallel laufende oder sich anschließende Praktika verbessern oft die Chancen auf eine Festanstellung in einem neuen Job. „Viele Alleinerziehende brauchen einfach Ermutigung, dass sie den Schritt in die Erwerbsarbeit schaffen“, erklärt Trautmann.
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