Braunschweig fasziniert Besucher mit seiner Architektur

Das 1960 abgerissene Residenzschloss wurde als Einkaufszentrum neu errichtet. (Foto: Ralf Drescher)
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Braunschweig ist die Löwenstadt. Der Löwe prangt rot auf dem Stadtwappen, er steht als Skulptur auf dem Burgplatz, und Heinrich der Löwe (1130-1195) liegt in der Fürstengruft des Doms im ewigen Schlaf.

Die Ursprünge der Stadt gehen bis ins 9. Jahrhundert zurück. Aber erst im 12. Jahrhundert unter Heinrich dem Löwen entwickelte sich Braunschweig zur Handelsmetropole. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt Mitglied der Hanse. Aus früherer Zeit ist in Braunschweig nur wenig erhalten. Burg Dankwarderode, einst für Heinrich den Löwen errichtet, brannte im 19. Jahrhundert ab. Der jetzige Bau wurde 1887 als Rekonstruktion errichtet. Die Kirche St. Blasii, der heutige Dom, ist aber echt. Sein Inneres ist sehenswert (täglich 10 bis 17 Uhr), und im Keller stehen 24 Särge mit den sterblichen Überresten des Fürstengeschlechts der Welfen, darunter auch Heinrich des Löwen. Neben Burg Dankwarderode und Dom finden sich am Burgplatz einige sehenswerte Bürgerhäuser. Ein paar Schritte weiter findet der architektonisch interessierte Besucher das um 1900 nach flandrischen Vorbildern errichtete Rathaus mit dem 61 Meter hohen Turm. Und gleich daneben eine Säule, die auf neun Metern an die 2000-jährige Geschichte des Christentums erinnert. Fast ein halbes Jahrhundert hatte Braunschweig zwar kein Schloss, dafür einen Schlossgarten. Das alte und im Krieg beschädigte Residenzschloss war 1960 auf Weisung einer SPD-Oberbürgermeisterin abgerissen worden. Seit 2007 ist diese Bilderstürmerei fast vergessen. Ein privater Investor hat innerhalb von zwei Jahren das Schloss neu errichtet, nach alten Unterlagen und aus sächsischem Sandstein. Drinnen residiert allerdings kein Fürst. Im Schloss, Schlossplatz 1, befindet sich ein Museum, eine kommunale Bibliothek und das Einkaufszentrum Schloss-Arkaden, der eigentliche Grund des Neubaus. Vor dem neuen alten Schloss reiten die Herzöge Karl Wilhelm Ferdinand und Friedrich Wilhelm auf ihren bronzenen Rössern, und auf dem Giebel thront Deutschlands größte und neun Meter hohe Quadriga mit der Brunonia.

Nach Braunschweig kommen Sie mit dem Auto über die A 2 in rund 2,5 Stunden. Der ICE der Deutschen Bahn ist schneller, er schafft die Strecke Berlin-Braunschweig in knapp 90 Minuten.

Mehr bei der Touristinfo unter 0531/470 20 40 oder unter www.braunschweig.de.

Ralf Drescher / RD
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