Der Kyffhäuser: Barbarossa-Sage in Stein gehauen

Das Kyffhäuserdenkmal ist mit 81 Metern eines der höchsten Denkmäler Deutschlands. (Foto: Ralf Drescher)
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser: Kyffhausen |

Der Kyffhäuser, durch den die Landesgrenze zwischen Thüringen und Sachsen-Anhalt verläuft, gehört mit einer Fläche von 70 Quadratkilometern zu den kleinen Mittelgebirgen.

Beliebt ist er bei Touristen vor allem durch die Sage vom schlafenden Kaiser Barbarossa (Friedrich I., 1122-1190) und das dem Kaiser gewidmete Denkmal.

Das Denkmal steht neben den Ruinen der Reichsburg Kyffhausen. Sie wurde 1118 während der Sachsenaufstände erstmals zerstört. Die Nachricht davon ist gleichzeitig die erste urkundliche Erwähnung der Burg. Es erfolgte ein schneller Wiederaufbau, der unter Kaiser Barbarossa abgeschlossen wurde. Später wurde das Burggelände mehrfach mit dem Erscheinen von Kaiser Barbarossa in Zusammenhang gebracht. Friedrich I. war 1190 bei einem Kreuzzug ins heilige Land ertrunken. Die Sage berichtete jedoch, dass er im Kyffhäuser schlafen würde und dort auf bessere Zeiten warte. Im Jahr 1546 gab sich sogar ein Schneider aus Langensalza als Barbarossa aus.

Das Kyffhäuserdenkmal wurde zwischen 1890 und 1896 zu Ehren Kaiser Wilhelm I. errichtet. Wie viele Denkmäler in der Zeit des Wilhelminismus war es ein Signal an die inneren Feinde des Kaiserreichs, vor allem an die Sozialdemokraten. Während im Sockelbereich Kaiser Barbarossa schlafend in Sandstein gemeißelt dargestellt wurde, erhebt sich darüber ein elf Meter hohes Reiterstandbild von Kaiser Wilhelm I. Vom fast 60 Meter hohen Turm des Denkmals haben Besucher bei gutem Wetter einen Rundblick auf den Harz mit dem Brocken und den Thüringer Wald mit dem Inselsberg. Im Burgmuseum erfährt man Wissenswertes zur Burg Kyffhausen und Barbarossa-Sage. Unbedingt besuchen sollte man auch die nur wenige Kilometer entfernte Königspfalz Tilleda mit ihrem Freilichtmuseum. Heinrich IV. versöhnte sich hier 1194 mit Heinrich dem Löwen. Wer mehrere Tage am Kyffhäuser verbringen möchte, findet in den Städten Bad Frankenhausen oder Sangerhausen geeignete Unterkünfte.

Mit der Bahn kommt man von Berlin Hauptbahnhof (ICE) und Umsteigen in Halle (RE) in zwei Stunden und 15 Minuten nach Sangerhausen. Von dort fahren Busse zum Kyffhäuser. Mit dem Auto sind es rund 280 Kilometer (drei Stunden) über die A 9 und A 38 bis zur Ausfahrt Sangerhausen-West, dann noch einige Kilometer über die Landstraße.

Wissenswertes zu diesem Ausflugsziel im Internet unter www.kyffhaeuser-tourismus.de

Ralf Drescher / RD
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