Von der Kunstschule zum Weltkulturerbe: Bauhaus Dessau

Der große Einfluss der Bauhaus-Schule auf Architektur und Design hält bis heute an. (Foto: Jutta Stein, 2005, Stiftung Bauhaus Dessau)
Dessau-Roßlau: Stiftung Bauhaus Dessau |

Nichts weniger als die Verbindung von Kunst und Handwerk schwebte Walter Gropius vor, als er 1919 in Weimar eine Kunstschule eröffnete, die unter dem Namen Bauhaus weltberühmt werden sollte.

Den einzelnen Werkstätten stand jeweils ein Künstler und ein Handwerksmeister vor. Was dort in freier und experimenteller Zusammenarbeit entstand, wurde bahnbrechend für Architektur und Design, prägte nachhaltig Avantgarde und klassische Moderne. Berühmte Namen sind heute untrennbar mit dem Bauhaus verbunden: Itten, Feininger, Albers, Moholy-Nagy, Klee, Kandinsky, Mies van der Rohe. Sie und viele andere erschufen mit ihren Arbeiten eine Stilrichtung und mehr. Ihr Credo: Schön ist, was funktioniert. Klare Linien ersetzten ornamentale Verspieltheit. Möbel und Gebrauchsgegenstände wurden zum Beispiel unter dem Aspekt serieller Massenproduktion konzipiert und sollten gleichzeitig einem künstlerischen Anspruch genügen. Das Prinzip stringenter Funktionalität prägte in ihrer Schnörkellosigkeit auch eine neue Architektur.Das Bauhausgebäude in Dessau, wo sich die Schule ab 1925 ansiedelte, ist Ausdruck dieser damals revolutionären neuen Formensprache. Der Bauhaus-Schule blieben in Dessau nur noch sieben, allerdings sehr kreative Jahre, bevor die Nazis 1932 dem Projekt ein vorläufiges Ende bereiteten. Die Meister und Schüler der berühmten Schule gingen überwiegend ins Exil - und trugen damit den Bauhaus-Geist in die ganze Welt. 1996 wurden die Bauhaus-Stätten in Weimar und Dessau zum Weltkulturerbe erklärt.

Den Besucher der Stiftung Bauhaus Dessau erwartet ständig eine Vielzahl von Angeboten, die sich von Ausstellungen, Führungen und Vorträgen bis hin zu speziellen Events wie zum Beispiel szenischen Installationen oder einem thematischen Sonntagsbrunch erstrecken. Das Bauhausgebäude selbst steht Besuchern täglich von 10 bis 18 Uhr offen, der Eintritt ist frei. Der Eintritt für Dauerausstellungen beträgt sechs, ermäßigt vier Euro. Öffentliche Führungen finden jeweils montags bis freitags um 11 und 14 Uhr, an den Wochenenden zusätzlich auch um 12 und 15 Uhr statt (Preis: fünf, ermäßigt vier Euro).

Anfahrt: Mit dem Auto von Berlin über die A 9 bis Ausfahrt Dessau-Ost, von dort Richtung Hauptbahnhof, nach Überquerung der Brücke über die Bahngleise beginnt die Gropiusallee.

Durchgehende Zugverbindungen nach Dessau bestehen mit Regionalbahnen ab Berlin Hauptbahnhof (werktags stündlich, an den Wochenenden alle zwei Stunden). Die Fahrtzeit beträgt etwa anderthalb Stunden.

Weitere Informationen bei der Stiftung Bauhaus Dessau, Gropiusallee 38, 06846 Dessau, 0340 650 80, im Internet auf www.bauhaus-dessau.de.

Michael Vogt / mv
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