Apps führen Autofahrer zum günstigsten Sprit

Gut an den Tankstellen-Apps: Die Preise stimmen meist. Doch mitunter nervt Werbung. (Foto: Franziska Koark)
 
Gut an den Tankstellen-Apps: Die Preise stimmen meist. Doch mitunter nervt Werbung. (Foto: Franziska Koark)

Apps sind praktische Helfer auf der Suche nach günstigstem Kraftstoff fürs Auto. Sie zeigen auf der Basis der Positionsdaten des Handys und der Spritsorte die nächstgelegenen und die günstigsten Tankstellen in der Umgebung an und bieten eine Navigation zum Ziel.

Die kleinen Programme für mobile Telefone informieren auch über Öffnungszeiten, Serviceangebot und Zahlungsmöglichkeiten der Tankstellen. Ihre Daten basieren auf den Informationen der Benzinpreismeldestelle. Gratis-Apps sind zum Beispiel "ADAC Spritpreise", die "TankenApp" der Telekom, "Mehr tanken" und "Clever tanken". Seit September vergangenen Jahres können mehrere Anbieter auch auf die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffpreise beim Bundeskartellamt von mehr als 13 000 deutschen Tankstellen zurückgreifen. Die ermittelten Preise stimmen fast immer. Die Markttransparenzstelle reagiert innerhalb von fünf Minuten auf Preisschwankungen der Tankstellen, die Apps aktualisieren teilweise aber in größeren Zeitabständen von einer halben Stunde oder mehr. Verbraucherschützer raten zu kostenlosen Apps, solange diese die Daten der Benzinpreisstelle wiedergeben. Kostenpflichtige Apps brächten demgegenüber keinen echten Mehrwert. Was die Nutzer vor allem nervt, ist die Werbung. Bei einigen kostenlosen Apps irritieren flackernde Werbebanner, auf die man leicht versehentlich bei der Bedienung kommen kann. Kritik in den App-Bewertungen gibt es auch, wenn Tankstellen fehlen. Das Bundeskartellamt rechnet damit, dass bald die allermeisten Tankstellen dazustoßen werden - schon um für die Kunden wahrnehmbar zu bleiben.

In der Regel sind die Programm optisch gut aufgemacht. Die ADAC-App zum Beispiel zeigt bei der Navigation auf einer Karte nicht nur den Standort und den Weg zur ausgewählten Tankstelle mit eingeblendetem Preis, sondern auch alle weiteren Tankstellen im Umfeld und beim Drauftippen deren Preise. Außerdem kann unter den Stichwörtern "Route" und "Karte" zwischen der Beschreibung und grafischen Darstellung des Weges hin- und hergeschaltet werden. Das loben einige Nutzer in der App-Bewertung, andere finden es verwirrend.

Die Telekom-App ist die aufwendigste der vier App-Beispiele. Sie bietet neben der günstigsten und der nächsten Tankstelle - farblich in Grün und Rot gut abgehoben - als einzige App eine Prognose, wann die beste Zeit zum Tanken ist: "Die Preise sinken. Tanken Sie um 16 - 21 Uhr", heißt es etwa. Dafür gibt es von Nutzern viel Lob. Außerdem kann man einen Preisalarm einstellen, der sich meldet, wenn die Spritpreise einen bestimmten Schwellenwert unterschreiten. "Mehr tanken" schätzen viele Nutzer wegen ihrer Übersichtlichkeit.

Bleibt die Frage, ob sich der Aufwand mit den Apps auch wirklich lohnt. Der ADAC sagt: Ja. Rund 40 Prozent der Deutschen tanken nach einer Anfang 2012 veröffentlichten Studie im Auftrag des Autoclubs immer bei derselben Tankstelle - und wenn der Tank leer ist, nicht bei günstigen Preisen. Mindestens für solche Autofahrer steckt eine Menge Sparpotenzial in den Apps. Und auch die Preisbewussten können bei Unterschieden von bis zu 15 Cent pro Liter für denselben Sprit in einer Stadt durch die Apps wichtige Hinweise bekommen.

Verbraucherschützer raten allerdings, den Umweg zur günstigeren Tankstelle mit der Kostenersparnis gegenzurechnen. Dafür wäre es hilfreich, wenn die Anbieter in ihre Apps eine Umweg-Berechnungs-Funktion integrieren würden.

TankenApp für Android (http://asurl.de/jsm), TankenApp für iOS (http://asurl.de/jsn), ADAC Spritpreise für Android (http://asurl.de/jso), ADAC Spritpreise für iOS (http://asurl.de/jsp), Mehr tanken für Android (http://asurl.de/jsq), Mehr tanken für iOS (http://asurl.de/jsr), Clever tanken für Android (http://asurl.de/jss), Clever tanken für iOS (http://asurl.de/jst).

dpa-Magazin / mag
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