Auf Sicherheit statt Leistung setzen

Wer frisch den Führerschein gemacht hat, sollte sein erstes Auto sorgfältig auswählen. (Foto: Jens Kalaene)

Für das erste eigene Auto nach bestandenem Führerschein ist oft nicht viel Geld übrig. Umso wichtiger ist für die Anschaffung, weniger auf Hubraum, Leistung und Geschwindigkeit zu achten als auf die Sicherheitsausstattung.

"Von hochmotorisierten Flitzern, von denen manch einer schon als Kind geträumt hat, würde ich abraten", sagt Gerhard von Bressensdorf, Vorsitzender der Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF). "Sie verstärken die Gefahr, Anfängerfehler zu machen." Besonders komplexe Situationen wie Überholvorgänge können während des Fahrunterrichts nur selten geübt werden. Das Auto sollte daher leicht zu handhaben sein. "Erst mit zunehmender Fahrpraxis steigert sich auch die richtige Einschätzung des Fahrverhaltens des Autos", sagt von Bressensdorf. Die notwendigen Rückmeldungen, die Fahranfänger benötigen, "kann die allgemeine, in Deutschland übliche Fahrausbildung leider noch nicht liefern", ergänzt Kay Schulte, Referatsleiter Junge Fahrer beim Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR).

Dabei lauern insbesondere für 18- bis 24-Jährige vielfältige Gefahren. Laut Statistik sind Unfälle aufgrund falsch eingeschätzter Geschwindigkeit und sogenannte Alleinunfälle in dieser Altersgruppe überrepräsentiert. Bei der Auswahl des Fahrzeugs sollte man laut DVR daher eine Grundregel berücksichtigen: Je neuer und je besser ausgestattet das Auto, desto sicherer.

Bei Neuwagen müssen sich Anfänger über die wesentlichen Sicherheitsassistenten wie ABS und ESP keine Gedanken machen, die seien seit einigen Jahren gesetzlich vorgeschrieben, sagt Constantin Hack, Experte für Technik, Verkehr und Umwelt beim Auto Club Europa (ACE). Extras wie Totwinkel-Assistent oder Rückfahrkamera wären zwar hilfreich, sprengten jedoch meist die Kasse junger Fahrer.

Umso wichtiger ist es daher, dass das Anfänger-Auto übersichtlich ist. "Es sollte nicht zu groß sein und möglichst gute Rundumsicht bieten", sagt Hack. Gut geeignet seien Kompakt- und Kleinwagen, da sich deren Abmessungen einfacher abschätzen lassen. "Auch Minivans bieten oft gute Übersicht, sind aber aufgrund ihrer Größe nicht so einfach zu manövrieren." Viele Coupés oder Crossover-Modelle seien unübersichtlich und daher weniger sinnvoll.

Nicht zuletzt entscheidet laut Hack meist der Preis darüber, welches Auto Fahranfänger kaufen. "Da gilt es, sich im Vorfeld auch über Versicherungs- und Folgekosten sowie den Umgang mit Mängeln und Beanstandungen zu informieren."


dpa-Magazin / mag
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