Ausbessern statt Austauschen: Smart Repair ist bedingt sinnvoll

Schnell ausgebeult: Smart Repair kann eine kostengünstige Alternative zur aufwendigen Reparatur sein. (Foto: Uwe Zucchi)

Auf Smart Repair spezialisierte Betriebe versprechen, kleine Schäden am Auto deutlich günstiger zu reparieren, als mit klassischen Methoden.

Während beispielsweise für die komplette Lackierung eines Kotflügels rund 500 Euro oder mehr fällig werden können, liegen die Kosten bei Smart Repair laut Markus Herrmann vom Bundesverband Fahrzeugaufbereitung (BFA) nur bei etwa einem Drittel. Ulrich Köster vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) gibt allerdings zu bedenken: "Wird Smart Repair unsachgemäß ausgeführt, kann dies möglicherweise Einfluss auf den Wiederverkaufswert haben."

Laut einer Untersuchung des ADAC kann die Qualität der ausgeführten Arbeiten stark variieren. Von 20 getesteten Anbietern wurden zwölf mit sehr gut beziehungsweise gut bewertet, sechs schnitten befriedigend ab. Zwei Betriebe erhielten die Note ausreichend. Die Tester kamen unter anderem zu dem Schluss, dass ein Karosserie-Experte, der Beulen entfernt, nicht zwingend ein Händchen für Lack-Kratzer hat. "Besonders beim Lack sind viel Sachverstand und Fingerspitzengefühl nötig", sagt Carsten Graf vom ADAC Technik Zentrum.

Strittig ist, ob eine Kfz-Versicherung bei einer Schadensregulierung auf der günstigeren Smart-Repair-Methode bestehen darf. Rechtsanwalt Jens Dötsch von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltsvereins (DAV) warnt davor, sich vorschnell mit einer Ausbesserung zufriedenzugeben: "Als Geschädigter bei einem Unfall hat man Anspruch darauf, dass der Schaden vollständig behoben wird."

Zunächst gilt laut Dötsch immer, dass eine Reparatur nach den Vorgaben der Hersteller durchgeführt werden muss – und die sehen Smart Repair in aller Regel nicht vor. Verweist eine Versicherung dennoch auf die alternative Reparaturmethode, muss nachgewiesen werden, dass sie mit einer klassischen Reparatur gleichwertig ist, so Dötsch.

Smart Repair per se auszuschließen, hält der Jurist für falsch. Es gebe Beispiele, in denen die konventionelle Reparatur nicht nur teurer sei, sondern auch die Substanz des Fahrzeugs stärker beeinträchtigt wird.
dpa-Magazin / mag
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