Das Angebot von Oldtimern als Mietwagen ist üppig

Ausflug im Oldtimer: Mit einem Mietfahrzeug geht das auch ohne lange Bastelarbeit. (Foto: Oldtimervermietung Köln/dpa/mag)

Oldtimer liegen im Trend. Allerdings hat nicht jeder Fan alter Autos das Geld für die Anschaffung und die Zeit für Bastelarbeiten und Reparaturen.

Für diese Klientel bieten findige Geschäftsleute Klassiker als Mietwagen an. Das Angebot ist üppig. Autohersteller wie BMW oder Mercedes vermieten Oldtimer und organisieren für die Kunden die Teilnahme an Klassikveranstaltungen. Und in fast jeder größeren Stadt finden sich mittlerweile Verleiher, die sich auf Oldtimer spezialisiert haben, erklärt Klassikexperte Johannes Hübner aus Friedberg in Hessen.Und sie würden gut gebucht, berichtet Wulf Henrichs, der in München den Verleih Enjoy the Classics betreibt. Sein gutes Dutzend Fahrzeuge ist für Tagespreise zwischen 250 und 500 Euro fast die gesamte schöne Jahreszeit über unterwegs. "Viele Kunden haben erkannt, dass sie mit einem Mietwagen am Ende billiger fahren", sagt Henrichs. Wer seinen Klassiker ohnehin nur ein paar Wochenenden im Jahr nutzt, zahle für Steuern, Versicherung, Unterhalt und Unterstand meist mehr als für einen entsprechenden Mietwagen.

Für den Fahrer ist ein Miet-Oldtimer ein vergleichsweise kleines Risiko, sagt Götz Knoop aus dem Präsidium des Bundesverbandes für Clubs klassischer Fahrzeuge Deuvet. Bei einem ordentlichen Vermieter seien die Fahrzeuge in der Regel vernünftig versichert und technisch gut in Schuss: "Schließlich werden sie ja meist viel öfter und regelmäßiger gefahren als von einer Einzelperson." Trotzdem rät Hübner zum detaillierten Vertragsstudium. "Vor allem über den Pannenfall muss man sich Gedanken machen. Denn meist gehen Oldtimer ja ohne direktes Verschulden des Fahrers kaputt. Deshalb sollte man dafür auch nicht zur Kasse gebeten werden", so der Experte.

Anders als bei herkömmlichen Mietwagen machen viele Oldtimer-Verleiher mit dem Kunden eine kurze Probefahrt und weisen ihn auf die Eigenheiten des Autos hin. Nicht umsonst warnt das Allianz Zentrum für Technik (AZT) vor dem ungewohnten Fahrverhalten: "Denn ABS, der Schleuderschutz ESP oder Fahrerassistenzsysteme waren vor 30 Jahren weitgehend unbekannt." Die AZT-Experten haben ihre Kritik aus der Analyse von Oldtimerunfällen abgeleitet. "Unerfahrenheit und Selbstüberschätzung verbunden mit mangelnder Fahrpraxis führen besonders bei sportlichen Klassikern immer wieder zu Zwischenfällen", schreiben die Unfallforscher.


dpa-Magazin / mag
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