Den Schulweg üben: So bereiten Eltern ihre Kinder vor

Dabei sein: Bevor die ABC-Schützen alleine zur Schule gehen, sollten Eltern den Weg dorthin mit ihnen üben. (Foto: Silvia Marks)

Den Schulweg zu meistern, gehört zu einer der ersten wichtigen Übungen im Straßenverkehr. Deshalb sollten Eltern schon Erstklässler nicht mit dem Auto zur Schule chauffieren. Was gut gemeint ist, birgt sogar Risiken für die Kinder.

"Leider sind es oft die Eltern selbst, die Probleme verursachen", sagt Ronald Winkler, Fachreferent für Stadtverkehr beim ADAC. Unmittelbar vor dem Schultor sei es am gefährlichsten. Dort treffen Kinder, die mit dem Auto gebracht werden, auf diejenigen, die zu Fuß kommen. "Nicht umsonst werden direkt vor der Schule oft absolute Halteverbote eingerichtet", erläutert Winkler. "Den kompletten Schulweg können Eltern mit ihren Kindern üben und sie so behutsam an dieses komplexe System Straßenverkehr heranführen", sagt Sven Rademacher vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Am besten mache man das zu Tageszeiten, zu denen die Kinder auch wirklich zur Schule müssen "und nicht am Sonntagnachmittag, wenn kein Verkehr ist".

Dabei sollten Eltern vor allem ein gutes Vorbild sein und unter den Möglichkeiten für den Schulweg die sicherste Variante wählen, nicht die kürzeste. Laut Rademacher sind etwa komplexe Kreuzungssituation zu meiden. Und Katja Legner vom ADAC ergänzt: "Ampeln und Zebrastreifen sind anderen Straßenquerungen eindeutig vorzuziehen."

"Gerade, wenn Kinder in Gruppen unterwegs sind, ist auch die Ablenkung sehr groß", sagt Janine Rettig, Projektkoordinatorin Grundschulprojekte beim Auto Club Europa (ACE). Ob das Kind, wenn es schließlich ohne die Eltern unterwegs ist, wirklich den eingeübten sicheren Weg nimmt, sei fraglich. Da kann es helfen, wenn man mit dem Kind gemeinsam einen Weg erarbeitet, statt diesen vorzuschreiben.

Prinzipiell ist die Bildung von Weggemeinschaften trotz der möglichen Ablenkungsgefahr durchaus ratsam. So können zum einen verschiedene Eltern die Kleinen abwechselnd begleiten. Katja Legner sieht noch einen weiteren Vorteil: "In Gruppen werden Kinder deutlich besser wahrgenommen." Aus demselben Grund sei auch helle, reflektierende Kleidung gut.
dpa-Magazin / mag
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