Der Crash auf Band: Über den Sinn von Dashcams

Dashcams zeichnen das Verkehrsgeschehen vor der Motorhaube auf. Ob die Bilder als Beweismittel dienen können, ist strittig. (Foto: Wolfgang Kumm)

Sie zeichnen alles auf, was vor der Motorhaube passiert: Dashcams. Die kleinen Videokameras werden auf dem Armaturenbrett im Auto (auf Englisch: Dashboard) festgeklemmt und sind zu Preisen ab 40 Euro für viele erschwinglich.

Doch wozu braucht man eine Dashcam? Sie dokumentiert Unfälle oder ein Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Einige Modelle haben auch Funktionen wie Spurhalteassistent, Abstandswarner und Verkehrszeichenerkennung. Unklar sind jedoch juristische Aspekte. "Die Rechtslage rund um die Verwendung von Dashcams im Straßenverkehr ist sehr strittig", sagt Jost Henning Kärger, Verkehrsjurist beim ADAC.

Rechtlich ist zum einen wichtig, unter welchen Umständen die Aufnahmen entstehen. Denn davon hängt ab, ob die Bilder zulässig sind, so Kärger. Wer die ganze Zeit während der Fahrt filmt, verletzt möglicherweise die Persönlichkeitsrechte Dritter. Eine Dashcam kann auch für denjenigen zum Problem werden, der sie einsetzt. "Man kann sich selbst belasten", sagt Daniela Mielchen von der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV).

Entdeckt die Polizei nach einem Unfall im Auto eine Dashcam, kann sie die Kamera beschlagnahmen. Und wenn die Aufnahme den Besitzer belastet, kann er nicht ohne weiteres auf die Verletzung seines Persönlichkeitsrechts beharren. 2Schließlich hat er ja selbst gefilmt", erklärt Mielchen. Sie rät generell vom Einsatz einer solchen Kamera ab.
dpa-Magazin / mag
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